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Am 16. November 2024 fand der 3. Bienengesundheitstag an der Hochschule Mittweida statt. Wie in den vergangenen Jahren konnten die Tagungsteilnehmer die Veranstaltung auch über Zoom verfolgen. Organisiert wird diese Veranstaltung des Wissenstransfers vom Sächsischen Landesverband für Varroaresistenzzucht e.V. gemeinsam mit der Forschungsgruppe um Professor Röbbe Wünschiers: Nachdem Frau Lisa Prudnikow ihren Forschungsfokus von Honigbienen für ihre Promotion auf Wildbienen umstellte, hatte auf Seiten der Forschungsgruppe in diesem Jahr Tom Schmidt das Zepter in der Hand, der auch einen Vortrag zu genetischen Markern der Varroaresistenz hielt. Mit seiner Promotion zur Varroaresistenz in Honigbienen setzt er sowohl die Arbeit von Lisa als auch unsere Kooperation mit dem Landesverband und seinen Imkern fort.
Das Highlight des Tages war der Vortrag von Frau Christa Winkler über ihr Lebenswerk: die instrumentelle Besamung. Frau Winkler hat über vier Jahrzehnte hinweg bedeutende BeitrƤge zur Entwicklung und Verfeinerung der instrumentellen Besamung von Bienenkƶniginnen geleistet. Gemeinsam mit ihrem ebenfalls anwesenden Ehemann Adolf Winkler führte sie unzƤhlige Besamungsaktionen durch und entwickelte dabei prƤzise Techniken zur künstlichen Befruchtung von Kƶniginnen. Ihr fundiertes Wissen und ihre langjƤhrige Erfahrung machten sie zu einer anerkannten Expertin auf diesem Gebiet. Ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit war die Optimierung der Besamungsmethoden, wodurch die Erfolgsrate und die LebensfƤhigkeit der künstlich besamten Kƶniginnen erheblich verbessert wurden. Neben der praktischen Anwendung legte Frau Winkler groĆen Wert auf die Weitergabe ihres Fachwissens. In zahlreichen VortrƤgen und Schulungen, unter anderem bei Imkervereinen, vermittelt sie ihre Techniken an interessierte Imker:innen und Nachwuchswissenschaftler:innen. Ihr Engagement hat dazu beigetragen, dass die instrumentelle Besamung heute eine etablierte Methode in der kƶniglichen Zuchtselektion und der genetischen Optimierung von Bienenvƶlkern ist. Dank ihrer Arbeit konnten Imker:innen weltweit die Zuchtkontrolle verbessern, genetische Vielfalt erhalten und resistente Bienenlinien fƶrdern. Damit leistete Christa Winkler einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der modernen Bienenhaltung und Bienenzucht.
Der VizeprƤsident des deutschen Berufsimkerbundes und PrƤsident des europƤischen Berufsimkerbundes Bernhard Heuvel hielt einen Vortrag zur Bedeutung des Fettkƶrpers für die VitalitƤt eines Bienenvolkes. Zudem berichtete er von der Initiative seines Verbandes, die QualitƤt von importiertem Honig strenger zu kontrollieren. Er hatte dreiĆig anonymisierte Honigproben aus deutschen SupermƤrkten an ein Labor in Estland zu einer DNA-Analyse gesendet. Das Ergebnis zeigte, dass 25 Proben gepanscht waren. SchlieĆlich berichtete Frau Dr. Patrycia Pluta von der Martin-Luther-UniversitƤt Halle-Wittenberg aus ihrer Forschungsarbeit zur Wirkung von Pathogenen aus der Umwelt auf Honigbienen. Im Rahmen des ComBee-Projektes, an dem auch die Forschungsgruppe um Professor Wünschiers beteiligt ist, untersuchte sie die Auswirkungen von ƶkologischer Landwirtschaft, einjƤhrigen Blühstreifen und mehrjƤhrigen semi-natürlichen Habitaten auf die Gesundheit von Honigbienenvƶlkern in 16 landwirtschaftlichen Landschaften. Sie konnte zeigen, dass ein hƶherer Anteil ƶkologischer Landwirtschaft mit einer geringeren Parasitenvielfalt in den Bienenvƶlkern verbunden war, was direkt zu einem verbesserten Koloniewachstum führte. Ebenso standen grƶĆere FlƤchen mit einjƤhrigen Blühstreifen in Zusammenhang mit einer reduzierten Belastung durch die Varroa-Milbe, was indirekt das Wachstum der Bienenvƶlker fƶrderte. Im Gegensatz dazu war ein hƶherer Anteil an mehrjƤhrigen semi-natürlichen Habitaten mit einer erhƶhten Varroa-Belastung assoziiert, was indirekt das Koloniewachstum beeintrƤchtigte. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass spezifische NaturschutzmaĆnahmen, wie die Fƶrderung ƶkologischer Landwirtschaft und die Anlage von einjƤhrigen Blühstreifen, die Gesundheit und ProduktivitƤt von Honigbienenvƶlkern in Agrarlandschaften verbessern kƶnnen.
Alle Vorträge können auf dem YouTube Kanal des Sächsischen Landesverband für Varroaresistenzzucht e.V. angesehen werden.