Zwischen steilen Felsküsten, mediterranem Flair und spektakulären Ausblicken auf das Tyrrhenische Meer wurde Mitte September über die Zukunft der Wasserstofftechnologien diskutiert. Vom 15. bis 17. September 2026 trafen sich auf Capri Forschende und Industrievertreterinnen und -vertreter aus ganz Europa zur European Fuel Cells and Hydrogen Conference (EFCH₂ 2026), um aktuelle Entwicklungen rund um Wasserstoff, Brennstoffzellen und Elektrolysetechnologien auszutauschen.
Mit dabei war auch die Hochschule Mittweida. Dr. Johannes Näther präsentierte dort aktuelle Forschungsergebnisse aus dem EU-Projekt „DC-PEM“. Ziel des Projekts ist die Entwicklung kostengünstiger und zugleich einfach skalierbarer Elektroden für die PEM-Wasserelektrolyse, eine Schlüsseltechnologie für die nachhaltige Wasserstoffproduktion.
Der Schwerpunkt der Projekt-Arbeitspakete der Arbeitsgruppe Galvano- und Oberflächentechnik um Prof. Frank Köster, liegt in der galvanischen Abscheidung von Iridium-Ruthenium-Katalysatoren auf porösen Titansubstraten, den sogenannten PTLs („porous transport layer“). Während der Session „Low-Temperature Electrolyser and Fuel Cell Manufacturing” stellte Dr. Näther die aktuellen Entwicklungen zur Direktbeschichtung der Elektroden mit Katalysatormaterial vor (CCE-Approach).
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem sogenannten Pulse Plating. Pulse Plating ermöglicht es, metallische Partikel durch gezielt gesteuerte Strompulse abzuscheiden. Für die Herstellung von Katalysatorschichten eröffnet dieses Verfahren interessante Möglichkeiten, die chemische Zusammensetzung und die topographische Struktur der abgeschiedenen Katalysatorpartikel gezielt zu beeinflussen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung leistungsfähiger Materialien für elektrochemische Anwendungen und moderne Wasserstofftechnologien geleistet.
Neben den Fachvorträgen spielte vor allem der persönliche Austausch eine wichtige Rolle. In zahlreichen Gesprächen mit internationalen Forschenden sowie Vertreterinnen und Vertretern aus der Industrie wurden aktuelle Forschungsergebnisse diskutiert, neue Perspektiven eröffnet und erste Ideen für mögliche Kooperationen entwickelt.
Die EFCH₂ 2026 machte einmal mehr deutlich, wie dynamisch und international sich das Forschungsfeld Wasserstoff entwickelt. Für die Arbeitsgruppe der Hochschule Mittweida war die Teilnahme eine wertvolle Gelegenheit, ihre Forschung auf einer internationalen Bühne zu präsentieren, neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen und das bestehende Netzwerk weiter auszubauen.
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