Zwei männliche Personen mit Bauhelm betrachten ein Rohr

Fachwissen trifft Praxis: Talsperrentag an der Hochschule Mittweida

Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Industrie kommen zum XIV. Mittweidaer Talsperrentag an der Hochschule Mittweida zusammen, um aktuelle Fragestellungen rund um die messtechnische Überwachung von Stauanlagen zu diskutieren.

Mit einer Exkursion zu Baustelle der Talsperre Lichtenstein und einer Abendveranstaltung auf dem Campus der Hochschule ist der diesjährige Talsperrentag an der Hochschule Mittweida erfolgreich gestartet. Mittlerweile ist es die 14. Veranstaltung in dieser Reihe, die Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis in Mittweida zusammenbringt, um sich über aktuelle Entwicklungen rund um Talsperren, Stauanlagen und Wasserbau auszutauschen.

Blick durch eine Handykamera auf ein Rohr
Fachwissen trifft Praxis auf dem Mittweidaer Talsperrentag © Finlay Pfefferkorn, Hochschule Mittweida

Die Exkursion wurde in guter Tradition organisiert von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen, die gemeinsam mit dem Ruhrverband und dem Deutschen Talsperren Komitee e.V. (DTK) die Mitveranstalter des Talsperrentages sind.

Vor Ort selbst besichtigten die Teilnehmenden die Baustelle der Talsperre Lichtenstein und erhielten neben spannenden Einblicken in den Betrieb, die Überwachung und die Herausforderungen von Talsperren auch einen nicht alltäglichen Blick hinter die (Baustellen-)Kulisse einer modernen Stauanlage. Diskussionsfragen wurden vor Ort direkt vertieft – vom Sicherheitsmanagement bis hin zu Fragen der Instandhaltung und des nachhaltigen Betriebs.

Der direkte Blick in die Praxis ist durch nichts zu ersetzen. Genau hier entstehen die Fragen, die wir anschließend gemeinsam weiterdenken,

betonte Jan Kittler von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen.

Am Abend kam die Fachcommunity in entspannter Atmosphäre zur Abendveranstaltung auf dem Campus der Hochschule Mittweida zusammen.

Mit über 130 Teilnehmenden erfährt der diesjährige Talsperrentag eine sehr gute Resonanz im Fachpublikum.

Auch aus Sicht der Teilnehmenden ist der Auftakt gelungen:

Schon der erste Tag zeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Betreibern, Planenden und Forschenden ist, 

so Holger Rosenkranz von der Tractebel GmbH. 

Die Mischung aus Exkursion, Fachinput und persönlichem Gespräch macht den Talsperrentag besonders.

Holger Rosenkranz ist seit dem ersten Talsperrentag 1997 als Teilnehmer dabei.

Der heutige Mittwoch ist den Vorträgen, der Firmenpräsentation sowie der weiteren Vernetzung vorbehalten. Ein besonderes Programmhighlight stellte die Keynote der Hochschule Mittweida dar, in der die Hochschule ihre Forschungsdienstleistungen für die Überwachung von Stauanlagen vorstellt. Unter dem Motto „Transfer gestalten – Forschungsschwerpunkte der Hochschule Mittweida (HSMW) für wassertechnische Anwendungen“ stellen die Professorinnen und Professoren Kristin Hockauf, Uwe Mahn, Tobias Czauderna und Michael Kuhl ihre jeweiligen Forschungsgebiete und Angebote für die Talsperrenmesstechnik und -überwachung vor.

Im Vortragsprogramm widmen sich mehrere Beiträge dem Datenmanagement in der Wasserwirtschaft. Vorgestellt werden unter anderem Erfahrungen aus der Zusammenlegung von Datenbanksoftwaresystemen sowie die Einführung zentraler Systeme für das Betriebsdatenmanagement an Talsperren. Damit rücken Fragen der Datenintegration, strukturierung und langfristigen Nutzung in den Fokus.

Ein weiterer Programmschwerpunkt liegt auf dem Einsatz unbemannter und autonomer Systeme. Vorträge zur Echtzeit Hochwasseranalyse mit UAV und Künstlicher Intelligenz, zur autonomen Prüftechnik bei der Inspektion von Unterwasserbauteilen sowie zum Einsatz von UAS und USV im Betrieb der Landestalsperrenverwaltung zeigen die zunehmende Bedeutung moderner Sensorik und automatisierter Verfahren für Monitoring und Sicherheit.

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf das Thema Sedimente und Sedimentmanagement. Diskutiert werden innovative Ansätze zur Sedimenterkundung, zur kosteneffizienten Entlandung sowie zur Erstellung von Mess und Kontrollprogrammen für Sedimentationsbecken. Ergänzend gibt ein Forschungsprojekt zum Sedimentmanagement der Ruhrstauseen Einblicke in aktuelle praxisnahe Forschungsarbeiten.

Den Abschluss des fachlichen Programms bilden Beispiele aus Bautechnik und Überwachung. Beiträge zur Zustandsbewertung von Stauanlagen sowie zur mobilen Sensortechnologie für die hochpräzise Überwachung von Georisiken verdeutlichen, wie neue Mess und Analyseverfahren zur Bewertung der Bauwerks und Betriebssicherheit beitragen können.

Ergänzt wird das Fachprogramm durch eine Firmenpräsentation, in der zwölf Industriepartner innovative Lösungen und aktuelle Entwicklungen aus der Praxis vorstellen.

Die Hochschule Mittweida steht für anwendungsnahe Forschung. Unsere Dienstleistungen verstehen wir als Angebot zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit der Praxis, 

sagte Professor Uwe Mahn, Prorektor Forschung. 

Der Talsperrentag bietet dafür einen idealen Rahmen.

Vortragende männliche Person am Rednerpult
Prof. Uwe Mahn, Prorektor Forschung, freut sich über... © Jacob Golde, Hochschule Mittweida
Blick in einen Hörsaal
... das rege Interesse und einen gut gefüllten Hörsaal zur Tagung © Jacobe Golde, Hochschule Mittweida

Der Talsperrentag lebt vom Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Die Beiträge aus der Industrie sind dabei eine wichtige Ergänzung zur wissenschaftlichen und behördlichen Sicht

sagt Professor Torsten Laufs, Tagungsleiter der Hochschule Mittweida.

 

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Dipl.-Ing. Annett Kober
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