Der Landkreis Mittelsachsen und die Hochschule Mittweida starten gemeinsam das Forschungsprojekt „TransferLotse Mittelsachsen“. Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung am 23. September wurde der offizielle Startpunkt gesetzt. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines digitalen Assistenzsystems, das Unternehmen künftig dabei unterstützen soll, passende wissenschaftliche Kompetenzen, Ansprechpartner, Transferangebote und mögliche Kooperationspartner schneller zu finden.
In Mittelsachsen verfügen wir über hoch spezialisierte Unternehmen und starke wissenschaftliche Partner. Trotzdem ist für Unternehmen nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, wer bei einer konkreten Fragestellung weiterhelfen kann. Genau hier wollen wir ansetzen. Künstliche Intelligenz soll dabei kein Selbstzweck sein, sondern helfen, die richtigen Menschen schneller zusammenzubringen.
Landrat Sven Krüger
Die Hochschule Mittweida ist ein starker Akteur in Sachsens wachsender KI-Landschaft. Wir sind Brücke zwischen zukunftsorientierter Forschung, Qualifizierung und Praxis. Wir verbinden Wirtschaft und Wissenschaft über vielfältige Kooperationen gerade in der Region. Mit dem TransferLotsen wollen wir auf konkrete Fragestellungen aus der Praxis schneller und effektiver Antworten aus der Forschung liefern.
Professor Volker Tolkmitt, Rektor der Hochschule Mittweida
Die wissenschaftliche Projektleitung übernehmen Professor Christian Roschke, Professor für Digitale Transformation und Angewandte Medieninformatik, und Professor Matthias Baumgart, Professor für Digitales Integriertes Prozessmanagement. Roschkes Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem bei Künstlicher Intelligenz, intelligenter Datenverarbeitung und der Überführung technischer Verfahren in anwendungsnahe Systeme. Baumgart verbindet Informatik und maschinelles Lernen mit Prozessmanagement und langjähriger Erfahrung im Forschungs-, Wissens- und Technologietransfer.
„Wir haben bei der Entwicklung des TransferLotsen von Anfang an die Unternehmen und ihre Bedürfnisse im Fokus. Dafür müssen unterschiedliche Informationen so strukturiert und intelligent ausgewertet werden, dass daraus für die Unternehmen tatsächlich hilfreiche Vorschläge entstehen. Entscheidend ist dabei nicht möglichst viel KI, sondern eine Lösung, die nachvollziehbar ist und sich an realen Anwendungssituationen orientiert“, erklärt Professor Christian Roschke.
Professor Baumgart ergänzt: „Technik allein reicht dafür nicht aus. Wir müssen verstehen, wie Unternehmen heute nach Wissen und geeigneten Partnern suchen, wo dabei Hürden entstehen und welche Informationen für ihre Prozesse wirklich relevant sind. Genau deshalb beginnt das Projekt mit dem direkten Austausch mit den Unternehmen.“
Unternehmen für die erste Projektphase gesucht
In der ersten Projektphase werden deshalb 15 Unternehmen aus Mittelsachsen für Interviews gesucht. Die Gespräche finden direkt in den Betrieben statt. Dabei geht es unter anderem darum, wie Unternehmen bislang nach Wissen und Partnern suchen, wo Schwierigkeiten entstehen und was ein digitales Assistenzsystem leisten müsste, damit es im Unternehmensalltag tatsächlich hilfreich ist. Die Einbindung der regionalen Wirtschaft ist ein zentraler Bestandteil des Projektes.
„Wir möchten den TransferLotsen nicht erst entwickeln und anschließend fragen, ob die Unternehmen ihn brauchen. Ihre Erfahrungen und Anforderungen sollen von Anfang an einfließen. Deshalb suchen wir bewusst Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen. Eigene Erfahrungen mit KI-Anwendungen oder eine bisherige Zusammenarbeit mit einer Hochschule sind dafür nicht erforderlich“, sagt Katrin Haußmann, Projektleiterin im Referat Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Mittelsachsen.
Ihr Kontakt
Für Unternehmen, die zunächst mehr über das Vorhaben erfahren möchten, findet am 7. Oktober 2026 um 13 Uhr eine Online-Informationsveranstaltung statt. Dort werden die Projektidee, die nächsten Schritte und die Möglichkeiten zur Beteiligung vorgestellt. Interessierte Unternehmen können sich sowohl für die Interviews als auch für die Online-Informationsveranstaltung direkt bei Katrin Haußmann unter regionalmanagement@landkreis-mittelsachsen.de anmelden.