Während viele bereits gedanklich in den Sommerferien waren und auf dem HSMW-Campus die letzten Prüfungen des Semesters absolviert wurden, spielte sich am 20. Juli 2026 nur wenige Kilometer entfernt ein ganz besonderer Moment ab. Im Metallkunde-Hörsaal der TU Bergakademie Freiberg stand eine Frau im Mittelpunkt, die über ein Jahrzehnt auf diesen Augenblick hingearbeitet hatte: Ulrike Hähnel.
Mit sicherem Auftreten und einem kühlen Kopf trotz tropischer Hitze stellte sich die langjährige Forschungsmitarbeiterin der Fakultät Ingenieurwissenschaften der Prüfungskommission und verteidigte erfolgreich ihre Dissertation zum Thema „Einfluss durch Festwalzen erzeugter Eigenspannungen im ADI-Guss unter zyklischer Beanspruchung“. Hinter diesem Titel verbergen sich nicht nur eine jahrelange Forschungsarbeit und unzählige Experimente, sondern auch ein beeindruckendes wissenschaftliches Durchhaltevermögen.
Die Mühen wurden belohnt. Die Gutachter Prof. Dr.-Ing. habil. Horst Biermann vom Institut für Werkstofftechnik der TU Bergakademie Freiberg sowie Prof. Dr.-Ing. Peter Hübner, vielen an der Hochschule Mittweida noch aus seiner langjährigen Lehrtätigkeit bekannt, würdigten die Arbeit mit dem Prädikat „magna cum laude“. Übersetzt bedeutet dies eine besonders anzuerkennende wissenschaftliche Leistung und entspricht der Note 1,0.
Der Weg zu diesem Erfolg begann bereits im Jahr 2015 mit einem Promotionsstipendium. In den folgenden Jahren vertiefte Ulrike Hähnel ihr Forschungsthema in zahlreichen drittmittelgeförderten Projekten und erweiterte gleichzeitig ihr Fachwissen in verschiedenen Bereichen der Werkstoff- und Fertigungstechnik. Schritt für Schritt entstand daraus eine Dissertation. In ihrer Arbeit untersuchte Ulrike Hähnel, welchen Einfluss eine Randschichtverfestigung durch Festwalzen in ADI-Guss auf dessen Ermüdungseigenschaften hat. ADI, ein hochfester und zugleich duktiler Eisengusswerkstoff, gilt als besonders interessant für anspruchsvolle technische Anwendungen.
Für ihre Untersuchungen setzte sie verschiedene Verfahren zur Eigenspannungsmessung ein. So arbeitete sie unter anderem mit Professor Dr. rer. nat. Eckehard Müller von der Hochschule Bochum zusammen, der die röntgenografische Messung mittels cosα-Verfahren durchführte. Gleichzeitig gelang es ihr, das sogenannte Bohrlochverfahren erfolgreich an der HSMW zu etablieren und für ihre Forschungsarbeiten nutzbar zu machen.
Mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Promotion endet für Ulrike Hähnel ein Lebensabschnitt. Der HSMW bleibt sie jedoch weiterhin erhalten. Seit 2024 unterstützt sie die Fachgruppe Werkstoffe – Fertigung – Qualität als feste Mitarbeiterin und bringt ihre Expertise insbesondere in den Bereichen Metallografie, Ermüdungsprüfung und Bruchmechanik ein.
Und so ist die Hochschule Mittweida in diesem Sommer still und leise um eine Doktorin reicher geworden. Wir gratulieren Frau Dr.-Ing. Ulrike Hähnel herzlich zu diesem Erfolg und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
Wer sich ein genaueres Bild machen möchte, findet die Dissertationsschrift von Ulrike Hähnel hier:
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