Individuell gefertigte Fahrradrahmen, Metallbauteile im Kubikmetermaßstab und aktuelle Forschungstrends der additiven Fertigung: Beim 13. Mitteldeutschen Forum „3D-Druck in der Anwendung“ am 1. Oktober 2026 in Jena präsentieren Wissenschaftler der Hochschule Mittweida ihre neuesten Entwicklungen. Fachvorträge, Ausstellung und Networking machen die kostenfreie Veranstaltung zu einem Pflichttermin für alle, die wissen wollen, wohin sich additive Fertigungstechnologien künftig entwickeln.
Pedale, Pulver, Perspektiven: Fahrradbau neu gedacht
Dr.-Ing. Hagen Bankwitz aus der Professur Intelligente Maschinensysteme präsentiert in seinem Fachvortrag „Vom Knoten zum Rahmen: Ein neuartiges Fahrradrahmenkonzept aus additiven Thermoplaststrukturen“ ein innovatives Konzept für individuell gefertigte Fahrradrahmen. Moderne 3D-Druckverfahren werden dabei mit hochfesten Faserverstärkungen kombiniert. Die Verbindungsknoten des Rahmens werden additiv gefertigt und gezielt verstärkt, während die Rahmenrohre aus besonders leichten, unidirektional faserverstärkten Materialien bestehen. Dadurch kann der Rahmen gezielt an den Stellen verstärkt werden, an denen Kräfte auftreten, und gleichzeitig an die individuellen Anforderungen und Wünsche der Nutzer angepasst werden. Der Vortrag zeigt das Potenzial dieses Ansatzes für leichtere, ressourcenschonendere und künftig stärker individualisierte Fahrradrahmen.
In der begleitenden Ausstellung können Besucherinnen und Besucher das entwickelte Fahrrad sowie weitere gedruckte Exponate aus nächster Nähe erleben.
Bauteile mit Größenwahn? LPBF-XXL macht's möglich
Andreas Kotsch vom Laserinstitut Hochschule Mittweida zeigt mit seinem Vortrag „LPBF-XXL – Die Lösung für Metallbauteile im Kubikmetermaßstab“, wie moderne Laser-Pulverbett-Technologien die Herstellung großformatiger Metallbauteile ermöglichen. Laser Powder Bed Fusion (LPBF) ist ein 3D-Druck Prozess, bei dem komplexe Bauteile mittels Laserstrahl aus Metallpulver hergestellt werden. Das hochskalierte LPBF-XXL-Verfahren kann dabei Bauteile im Kubikmeter-Bereich in kurzer Bauzeit herstellen. Im Gegensatz zu Gießen und spanenden Verfahren erlaubt LPBF integrierte Lösungen wie Kühlkanäle oder Leichtbaustrukturen. Als Anwendungsfelder zeichnen sich Werkzeug- und Formenbau, Fassadenelemente und Tragwerke ab.
Darüber hinaus begleitet Professor Jörg Matthes das Forum erneut als Moderator einer Fachsession.
Vier Sessions, 16 Vorträge, jede Menge Ideen
Neben zwei hochkarätigen Keynotes erwarten die Teilnehmenden insgesamt 16 Fachvorträge in vier Sessions:
- Biogene Materialien und bionische Strukturen im anwendungsnahen 3D-Druck
- Additive Fertigung im XXL-Format
- Werkstoff- und Prozessgestaltung für funktionale AM-Bauteile
- Prozesssicherheit und Funktionalisierung für die additive Serienfertigung
Erstmals wird außerdem ein Makerspace-Wettbewerb ausgetragen, bei dem Studierende und Gründungsteams ihre Ideen vorstellen und ausgezeichnet werden und ein Publikumspreis vergeben wird.
Neugierig geworden? Die Teilnahme am Forum ist kostenfrei. Jetzt informieren und anmelden unter:
https://www.eah-jena.de/3d-druck-forum/
Über das Forum 3D-Druck in der Anwendung
Das Mitteldeutsche Forum „3D-Druck in der Anwendung“ hat sich als wichtige Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis etabliert. Jährlich kommen Fachleute, Forschende, Unternehmen, Studierende und Technologieinteressierte zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Anwendungen und neue Trends der additiven Fertigung zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Fachvorträge, der Wissenstransfer zwischen den Akteuren sowie die Vernetzung innerhalb der Branche. Die begleitende Ausstellung bietet zudem die Möglichkeit, neueste Technologien, Bauteile und Forschungsergebnisse direkt vor Ort zu erleben. Das Veranstaltungsformat findet jährlich im Wechsel zwischen den Hochschulstandorten Jena, Mittweida, Leipzig und Merseburg statt.