Gentechnik wird politische Bildung: Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht Sachbuch von Professor Wünschiers

Das Sachbuch „Gentechnik im Wandel“ von Prof. Dr. Röbbe Wünschiers von der Hochschule Mittweida erscheint in einer Ausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Damit wird ein hochaktuelles naturwissenschaftliches Thema ausdrücklich auch zum Gegenstand politischer Bildung. Gerade in einer Zeit, in der wissenschaftliche Entwicklungen immer schneller Eingang in politische und gesellschaftliche Diskussionen finden, wird diese Transferleistung wichtiger.

Gentechnik ist längst nicht mehr nur ein Thema für Forschungslabore. Neue genomische Techniken verändern die Pflanzenzüchtung, Gentherapien eröffnen neue Möglichkeiten in der Medizin, und die Verbindung von Gendiagnostik und Künstlicher Intelligenz wirft neue gesellschaftliche und ethische Fragen auf. Entscheidungen darüber, wie diese Technologien eingesetzt und reguliert werden sollen, werden deshalb zunehmend auch politisch diskutiert.

Genau an dieser Schnittstelle setzt das Sachbuch „Gentechnik im Wandel“ von Prof. Dr. Röbbe Wünschiers, Professor für Biochemie und Molekularbiologie an der Hochschule Mittweida, an. Das Buch ist nun von der Bundeszentrale für politische Bildung in ihr Programm aufgenommen worden.

Das ist von besonderer Bedeutung, denn die Bundeszentrale für politische Bildung hat den Auftrag, das Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern und Menschen zu befähigen, sich kritisch und eigenständig mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Zu ihren Grundsätzen gehören dabei Überparteilichkeit und wissenschaftliche Ausgewogenheit. Die Aufnahme eines Buches über moderne Gentechnik und ihre Grundlagen macht damit deutlich, dass Kenntnisse über Genomeditierung, Gendiagnostik oder Gentherapie zunehmend auch Voraussetzung für eine informierte gesellschaftliche Meinungsbildung sind.

„Gentechnik ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass politische Meinungsbildung naturwissenschaftliches Grundwissen braucht“, sagt Röbbe Wünschiers. „Wir müssen nicht alle zu Molekularbiologen werden. Aber wer über den Einsatz neuer genomischer Techniken diskutieren und letztlich auch politische Entscheidungen beurteilen möchte, sollte verstehen, was diese Technologien leisten – und was nicht.“

„Gentechnik im Wandel“ vermittelt deshalb nicht nur die Grundlagen klassischer Gentechnik. Ein Schwerpunkt liegt auf den neuen genomischen Techniken, zu denen insbesondere Verfahren der Genomeditierung mit CRISPR/Cas gehören. Das Buch erläutert, wie sich diese von bisherigen gentechnischen Verfahren unterscheiden und weshalb diese Unterscheidung für die aktuelle gesellschaftliche und rechtliche Diskussion eine wichtige Rolle spielt.

Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der modernen Gendiagnostik und der zunehmenden Verbindung genetischer Daten mit Methoden der Künstlichen Intelligenz. Daraus können neue Möglichkeiten für Diagnostik und individualisierte Therapien entstehen. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach dem Umgang mit sensiblen genetischen Daten, möglichen Fehlinterpretationen und denkbaren Formen des Missbrauchs.

Dabei verfolgt Wünschiers bewusst keinen Ansatz, den Leserinnen und Lesern eine bestimmte Bewertung der Gentechnik vorzugeben. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Vermittlung des Wissens, das eine eigenständige Beurteilung ermöglicht: „Mein Ziel ist nicht, eine Meinung vorzugeben, sondern das Wissen bereitzustellen, das notwendig ist, um sich eine eigene Meinung bilden zu können“, so Wünschiers.

Dass die Bundeszentrale für politische Bildung das Buch nun einem breiten Publikum zugänglich macht, unterstreicht zugleich die gesellschaftliche Bedeutung allgemeinverständlicher Wissenschaftskommunikation. Gentechnik zu verstehen, ist heute nicht nur eine Frage naturwissenschaftlicher Bildung – sondern zunehmend auch eine Voraussetzung für politische Urteilsfähigkeit. Komplexe Entwicklungen der Biotechnologie betreffen längst Fragen, über die nicht allein innerhalb der Wissenschaft entschieden wird. Sie reichen von Landwirtschaft und Ernährung über Medizin und Datenschutz bis hin zu ethischen und rechtlichen Fragen. 

Buchcover

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Prof. Dr. rer. nat. habil. Röbbe Wünschiers
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