Studium im Zeitraffer – Oberschüler:innen lernen beim Speedbachelor die Hochschule kennen

Wie fühlt sich Studieren an? Antworten auf diese Frage bekamen 20 Schüler:innen der 9. und 10. Klasse der Fichte-Oberschule Mittweida beim Speedbachelor an der Hochschule Mittweida. Am 22. und 23. September 2026 erlebten sie in einem zweitägigen Schnelldurchlauf, was zum Studienalltag dazugehört – von Studienberatung und Campustour über Vorlesungen, Praktika und Mensabesuch bis hin zur abschließenden „Klausur“ und Zertifikatsübergabe.

Der Speedbachelor wurde am Institut für Kompetenz, Kommunikation und Sprachen (IKKS) der Hochschule Mittweida entwickelt. Nachdem 2023 zunächst Schüler:innen des Städtischen Gymnasiums Mittweida teilgenommen hatten, wurde das Format 2026 bewusst für Oberschüler:innen geöffnet, denn der Weg an die Hochschule führt nicht nur über das Gymnasium. Auch nach einem Realschulabschluss gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Studium aufzunehmen.

An zwei Tagen lernten die Schüler:innen der Fichte-Oberschule mehrere Fakultäten und Labore der Hochschule kennen und erlebten selbst, wie abwechslungsreich ein Studium sein kann. Auf dem Programm standen Lehrveranstaltungen aus unterschiedlichen Fachgebieten – immer mit einem hohen Praxisanteil.

Viele Wege führen an die Hochschule

Ein wichtiger Programmpunkt war die Frage, welche Wege überhaupt ins Studium führen. Studienberaterin Lisa Viehweg informierte die Jugendlichen am ersten Tag über die Unterschiede zwischen Hochschule, Universität und dualer Hochschule. Sie erklärte, dass man nach dem Realschulabschluss zum Beispiel die Fachhochschulreife (Fachabitur) erwerben oder nach einer Berufsausbildung über die Berufsoberschule die Hochschulreife erlangen kann.

Dass das gelingen kann, zeigten einige der Dozierenden selbst: Auch sie haben zunächst einen Realschulabschluss erworben und später über den zweiten Bildungsweg den Sprung ins Studium geschafft.

Studium zum Anfassen

In den Ingenieurwissenschaften beschäftigten sich die Schüler:innen unter Anleitung von Prof. Jan Thomanek mit der Weiterentwicklung des autonomen Fahrens. Im Living Lab „Motion Simulation & Softwareentwicklung“ testeten sie bei Josefine Welk am Fahrsimulator, wie sich eine Fahrt auf einer Rennstrecke anfühlt. Im Laserinstitut der Hochschule Mittweida veranschaulichte Felix Erichson mit Lego-Bausteinen, wie DNA-Sequenzierung funktioniert.

Dr. Rayko Ehnert gab Einblicke in Biotechnologie, Chemie und Ökotoxikologie sowie in Ernährungs- und Materialwissenschaften. In der Sozialen Arbeit erfuhren die Jugendlichen von Prof. Patricia Kröber, welche Kompetenzen im späteren Berufsalltag gefragt sind: Fachkompetenz ist wichtig, doch vor allem kommt es auf Sozial- und Selbstkompetenz an – etwa auf Empathie, Kommunikations- und Teamfähigkeit.

Wie an der Hochschule Mittweida üblich, ging es in allen Veranstaltungen nicht nur ums Zuhören: Die Jugendlichen konnten experimentieren, Fragen stellen und mit den Lehrenden ins Gespräch kommen. So fanden sie ganz konkret heraus, welche Fachgebiete und Studienrichtungen sie besonders interessieren. Wie es sich für ein Studium gehört, stand am Ende eine kleine Klausur an. Mit der erfolgreichen Teilnahme und der anschließenden Überreichung eines Zertifikats wurde der Abschluss gefeiert.

Organisiert wurde der Speedbachelor von Robin Biebl, Christina Lucas und Vanessa Juliane Herrmann vom IKKS. Gemeinsam mit den Lehrerinnen der Fichte-Oberschule standen sie den Schüler:innen als Ansprechpartner:innen zur Seite.

Die abschließende Umfrage zeigte: Für viele Teilnehmende waren die beiden Tage eine wertvolle Orientierungshilfe. Besonders gut kamen die praktischen Übungen und der direkte Austausch mit den Lehrenden an.

Was die Jugendlichen aus dem Speedbachelor mitnehmen, ist entsprechend vielfältig: neue Eindrücke, Interesse an einzelnen Fachgebieten und die Erkenntnis, dass ein Studium zwar anspruchsvoll, aber machbar ist.

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