2025 | Was ist normal?
Was normal ist oder als normal gilt, ist nicht nur strittig, es ändert sich auch, manchmal rasant. Der Begriff Normalität schillert. Geht es um eine zu erreichende Norm? Oder ist „normal“ gar nicht so gut, sondern bestenfalls von durchschnittlicher Qualität, wie früher das Normalbenzin, das eben nicht Super war? Was würde es denn bedeuten, wenn die aus dem Gleichgewicht geratene Welt wieder (?) in einen „Normalzustand“ kommt?
Was also bedeutet Normalität in einer Zeit des ständigen Ausnahmezustandes – sei es durch Pandemien, Kriege, Klimawandel oder neue Technologien? Was macht einen "normalen" Deutschen aus? Was ist ein "normaler" Mann, eine "normale" Frau und wie definieren wir psychische "Normalität"? Wie gestaltet sich ein "normales" Engagement für die Gesellschaft?
"Der Wahnsinn als Normalität"
" Was ist normal in den Niederlanden?"
"Gewalt gegen Frauen – Was die Viktimisierungsstudie Sachsen zeigt"
"Psychische Gesundheit jenseits der Norm"
"Was ist „normale Arbeit“? Über Arbeitsgesellschaft & unsichtbare Arbeit"
2023 | Zeiten wenden!
„Die Zeit ist aus den Fugen“, so sieht es Hamlet in Shakespeares Drama. Eine „Zeitenwende“ hat Bundeskanzler Scholz unmittelbar nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ausgerufen. Das hat sich zunächst auf die Außen- und Sicherheitspolitik bezogen, aber mit dem Begriff verbinden viele mehr, denn tatsächlich: Viele Gewissheiten gelten nicht mehr, vieles ist aus den Fugen geraten.
„Zeitenwende“, das Wort liest sich zunächst wie ein Geschehen, ein Prozess, etwas das passiert, das über die Menschen hineinbricht. Ohnmächtig scheinen sie den Auswüchsen von Turbokapitalismus, Erderwärmung und antidemokratischer Regime ausgeliefert zu sein. Viele tun sich damit schwer, innovativ und beweglich zu reagieren. Erprobte und bisher funktionierende Denkmuster und Instrumente werden der Dynamik und Geschwindigkeit der Veränderungen nicht gerecht.
Die Hochschule Mittweida zieht mit ihrer Ringvorlesung im Sommersemester 2023 weniger Bilanz, sie fragt vielmehr: Wie kann Politik, Wissenschaft, Gesellschaft den Herausforderungen der Zeitenwende gerecht werden? Wo geht er lang, der Weg auf die Höhe der Zeit? Es geht um einen dem Ernst der Lage angemessenen Umgang mit den großen Themen: Krieg und Vertreibung, Klimakrise und Kapitalismus, Demokratiefeindlichkeit, Populismus, Pandemien sowie Künstliche Intelligenz. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Forschung versuchen, Antworten zu geben auf drängende Fragen.
"Zeitenwende - Ist das ernst gemeint?"
"Gefährdeter Zusammenhalt? Polarisierungs- und Spaltungstendenzen in Deutschland"
"One Health – Zeitenwende wie wir Gesundheit verstehen?"
"Zeitenwende in der Klimakrise: Der Wandel und seine Bremser"
"Krieg in Europa – Neue Außen- und Verteidigungspolitik?"
"Zusammenleben nach der Flucht. Einblicke und Ausblicke."
"Künstliche Intelligenz - Büchse der Pandora?"
2021 | Meinen – Glauben – Wissen
Nicht erst seit der Präsidentschaft von Donald Trump haben Konzepte wie „alternative Fakten“ oder „Fake News“ Hochkonjunktur. Institutionen, die traditionell für die Produktion und Verbreitung von Wissen verantwortlich sind, seien es nun Forschungseinrichtungen oder die Presse, wird zunehmend mit Argwohn begegnet. Ihre Arbeit wird teilweise als parteiisch und machtgelenkt wahrgenommen. Expert*innen, wie z.B. Klimaforscher*innen, stehen unter Legitimationsdruck.
Die Grenzen von Meinen, Glauben, Wissen – nach Kant die drei Modi des Fürwahrhaltens – scheinen immer mehr zu verschwimmen. In einer Gesellschaft, die sich als Wissensgesellschaft bezeichnet, scheint der Glauben an das Wissen zu schwinden und die Macht des Meines und Dafürhaltens zu steigen. Glauben wir (noch), was wir wissen und wissen wir eigentlich, was wir glauben? Das ist kein neues Phänomen der sogenannten Wissensgesellschaft. Es gab und gibt schon immer unterschiedliche Wissenskulturen, die miteinander um Anerkennung und „Wahrheit“ ringen. Homöopathie, Schulmedizin und traditionelle chinesische Medizin sind Beispiele dafür.
An zehn Abenden haben wir uns den Grenzen des Wissens, des Glaubens und Meinens in Bereichen wie Philosophie, Erziehung, Medizin, Genetik, Religion und Klima gewidmet.
Wir bedanken uns einerseits bei den klugen und informierten Gastredner:innen aus den Sozial-, Natur-, Ingenieur- und Humanwissenschaften für die großartige Unterstützung und die substanziellen Beiträge. Und andererseits bei unserem engagierten Publikum für die aktive Beteiligung - auch im Online-Format.
"Mit Kant und Foucault auf der geheimen Antarktisstation Neuschwabenland"
"Religion - Fundament (moderner) Weltsicht?"
"Empirische Sozialforschung in der Praxis - Dateninterpretation zwischen Objektivität und Bewertung"
"Einfachdenken in der komplexen Gesellschaft"
"Journalismus zwischen Meinen und Wahrheit"
"Irrungen und Wirrungen im Erziehungsdschungel"
"Zum Verhältnis von Schulmedizin und Naturheilverfahren"
"Alles Klima - oder was?"
"Biolügie"
"Inklusive schulische Bildung"
2018 | Das Böse...ist überall?
Das Böse ist überall. Es scheint uns täglich zu begegnen: in den Nachrichten über Terrorangriffe, Naturkatastrophen, Epidemien, über Entgleisungen eines Gewalttäters, die Unbarmherzigkeit politischer Autokraten aber auch in den schattigen Nischen des demokratischen Gemeinwesens, als Lüge, Betrug und Täuschung täglich.
Doch wo ist das Böse in seiner Allgegenwart zu verorten? Ist es in der inneren Natur des Menschen (in seiner Seele), in den äußeren Mächten von Natur, in den Strukturen von Gesellschaft, Kultur und Politik verankert? Gibt es wirklich böse Menschen und böse Gemeinschaften? Oder markiert "das Böse" nicht eher die Grenze unseres Erklärungsvermögens und unserer Empathie? Steht es nicht für unsere Fassungslosigkeit und unser Nichtwahrhabenwollen.
Wenn das Böse absolut gälte, gäbe es eigentlich nichts mehr zu verstehen. So ist es auch ein stückweit Konstruktion, manchmal gar nur ein (böses?) Spiel, um das Gute zu haben und zu inszenieren oder sich dem schönen Schauder hinzugeben. Das Böse muss auch herhalten, um sich an dessen Gegenentwurf, dem Guten, moralisch aufzurichten, sich zu trösten aber auch um sich weidlich aufzurüsten. Hier schloss und schließt sich in der Geschichte manchmal auf paradoxe und fatale Weise der Kreis - das Böse im vermeintlichen Dienste des Guten oder das Gute als der Effekt mephistophelischer Treiberei. Auch wenn das Böse nicht aus der Welt zu verbannen sein sollte, gibt es keinen Grund nichts dagegen zu tun.
"Einführung - Dem Bösen auf den Grund gehen"
"Was macht uns böse?"
"Das Verbrechen - Die Freiheit des Bösen?"
"Das Böse in der Literatur"
"Der Exorzismus - Rückfall ins Mittelalter oder Ansatz zur Befreiung des Bösen?"
"Killerviren, Antibiotikaresistenz & Co"
"Egoistische Gene, böse Technik, oder was?"
"Das Böse im Täter. Un(be)greifbar?"
"Der Andere als Dämon. Politische Feindbilder am Beispiel Herbert Wehner"
"Der deutsche Wohnungsmarkt - Wider allem Guten?!"
"Das sieht ja böse aus! Ja, wie sieht es eigentlich aus, das Böse?"
"Von Monstern, Mördern und Magnaten: Das Böse im zeitgenössischen Film und Fernsehen"
Gut zu wissen
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