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Elektrochemie verbindet

Nachhaltige Technologien im Austausch zwischen Hochschule und Industrie.

Anfang Februar besuchte die Arbeitsgruppe Galvano- und Oberflächentechnik unter Leitung von Professor Frank Köster das Unternehmen Dr.-Ing. Max Schlötter GmbH&Co. KG. in Geislingen sowie die Hochschule Aalen.

Die Schlötter-Gruppe blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück, die 1912 mit der Gründung eines elektrochemischen Forschungslabors durch Dr.-Ing. Max Schlötter in Leipzig begann. Aus einem kleinen Betrieb mit wenigen Produkten und Mitarbeitern entwickelte sich ein mittelständisches Familienunternehmen mit mehr als 300 Beschäftigten. Heute umfasst die Schlötter-Gruppe acht Unternehmen in sechs Ländern. Trotz dieses kontinuierlichen Wachstums ist das Kerngeschäft der Gruppe seit über einem Jahrhundert unverändert geblieben: die Entwicklung und Lieferung von Galvanikchemikalien und -anlagen für die Metallveredelungsindustrie.

Der Geschäftsführer Dr. Michael Zöllinger, Dr. Martin Leimbach sowie zahlreiche Bereichsleiter begrüßten die Teilnehmenden der Exkursion und stellten das Unternehmen vor. Im Gegenzug präsentierte die Arbeitsgruppe aus Mittweida ihre aktuellen Forschungsprojekte, wie beispielsweise die Entwicklung von kostengünstigen und nachhaltigen Elektrodensystemen im Pilotmaßstab für den Einsatz in der PEM-Wasserelektrolyse, die mikrostrukturierten Rhenium-Nickel-Legierungsschichten als Röntgenabsorbergitter für die Medizintechnik, Kunststoffmetallisierung mittels laserinduzierter Aktivierung sowie ressourceneffiziente metallisch beschichtete 3D-gedruckte Formeinsätze aus Kunststoff für den Spritzguss. In einer anschließenden Diskussion wurden mögliche Formen der Zusammenarbeit erörtert. Die Exkursion umfasste zudem einen Rundgang durch die Analytiklabore, das Technikum sowie die F&E-Abteilung.

An der Hochschule Aalen begrüßten Professor Timo Sörgel und seine Arbeitsgruppe aus dem Institut „Zentrum Elektrochemische Oberflächentechnik“ (ZEO) die Besucher aus Mittweida. Das ZEO wurde 2021 von Professor Sörgel gegründet und fokussiert sich auf die auf- und abtragende Bearbeitung von Oberflächen mittels elektrochemischer Verfahren. Ziel ist es, Oberflächen gezielt zu strukturieren, wobei insbesondere Selbstorganisationsphänomene genutzt werden. Anwendungsbeispiele finden sich unter anderem im Bereich der Biomimetik, etwa bei der Entwicklung superhydrophober und superoleophober Oberflächen. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeit im Bereich der Galvanotechnik liegt auf der chemischen und elektrochemischen Dispersionsabscheidung, der Partikelfunktionalisierung, der Entwicklung neuer Matrixmaterialien sowie der Umweltverträglichkeit der Verfahren. Am ZEO wurde zudem das Kompositgalvanoformungsverfahren entwickelt und patentiert, mit dem strukturierte Kompositfolien mit hohem Aktivmaterialanteil als Batterieelektroden hergestellt werden können.

In den aktuellen Forschungsvorhaben befassen sich die Forschenden am ZEO beispielweise mit der Entwicklung von fadenförmigen Lithium-Schwefel-Elektroden für flexible Energiespeicher bzw. nachhaltige leistungsstarke Natrium-Schwefel-Batterien mit neuartigem synergetischem Polymerseparator- und Elektrodenkonzept. Ein weiteres Forschungsvorhaben widmet sich digitalen Werkzeugen zur Verbesserung galvanischer Schichten am Beispiel Chrom(III)basierter Prozesse. Weitere Informationen über ZEO finden sich unter folgendem Link: Hochschule Aalen - Zentrum Elektrochemische Oberflächentechnik (ZEO)

Für die Arbeitsgruppe aus Mittweida stellte die Exkursion einen wichtigen Schritt zur strategischen Vernetzung mit Industrie und angewandter Forschung dar. Neben wertvollen fachlichen Impulsen wurden konkrete Perspektiven für gemeinsame Forschungsprojekte, Technologietransfer und zukünftige Drittmittelvorhaben identifiziert.

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Starker Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis: Die Arbeitsgruppe Galvano- und Oberflächentechnik mit Vertreten von Dr.-Ing. Max Schlötter GmbH&Co. KG © Schlötter GmbH&Co. KG
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Die Arbeitsgruppe Galvano- und Oberflächentechnik mit der Arbeitsgruppe aus dem Institut „Zentrum Elektrochemische Oberflächentechnik“ (ZEO) © Scott Dombrowe, Hochschule Mittweida

Kontakt zur Autorin

M.Sc. Nurul Amanina Binti Omar
M.Sc. Nurul Amanina Binti Omar
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