Energiemanagement
Energiegebäudeausweise
Im Bereich Klimaschutz haben wir uns intensiv mit der Erstellung verbrauchsorientierter Energieausweise beschäftigt. Der größte Aufwand entstand durch die Beschaffung und Aufbereitung der benötigten Daten, die eigentliche Erstellung der Energieausweise stellte dabei keine große Herausforderung dar.
Viele Verbrauchsdaten lagen zunächst in Form von Excel-Tabellen vor und mussten in das System Vitricon, eine Softwareplattform für digitales Facility- und Energiemanagement, übertragen werden. Während dieses Prozesses wurden zahlreiche Fehler und Unstimmigkeiten festgestellt, die durch Rücksprache mit den zuständigen Stellen geklärt sowie die fehlenden Informationen nachträglich beschafft werden konnten. Neben den für die Energieausweise relevanten Verbrauchsdaten wurden auch ältere Datensätze in Vitricon eingepflegt. Dadurch entstand eine umfassendere Datengrundlage, die teilweise deutlich über den für die Energieausweise erforderlichen Zeitraum hinausging.
Für die Erstellung der Energieausweise waren insbesondere die letzten drei vollständigen Abrechnungsjahre – 2022, 2023 und 2024 – relevant. Das Jahr 2025 wurde nicht berücksichtigt, da zum Zeitpunkt der Bearbeitung noch keine vollständigen Jahresdaten vorlagen. Nicht für alle Gebäude konnten Energieausweise erstellt werden. In einigen Fällen war nicht eindeutig nachvollziehbar, welchem Gebäude ein bestimmter Zähler zugeordnet war, beispielsweise wenn ein Zähler mehrere Häuser gemeinsam erfasste. Darüber hinaus kam es vor, dass Strom- oder Wärmezähler zeitweise ausgefallen waren, wodurch wichtige Verbrauchsdaten fehlten. Daher war die Erstellung der Energieausweise für einige Gebäude nicht möglich.
Pilotprojekt Digitalisierung energiebezogener Anlagen und Daten
Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde das Gebäude Haus 6 der Hochschule Mittweida als Testumgebung für die Digitalisierung energiebezogener Anlagen und Daten ausgewählt. Ziel des Projekts war es, die Möglichkeiten und Grenzen der Facility-Management-Software Vitricon zu erproben und daraus Best Practices für die schrittweise Digitalisierung weiterer Gebäude der Hochschule Mittweida abzuleiten.
Den Ausgangspunkt bildete die Erfassung der Querschnittstechnologie Beleuchtung. Hierbei wurden sämtliche relevanten Informationen, darunter Leistungsdaten, Beleuchtungstypen, Betriebszeiten sowie die räumliche Zuordnung der Anlagen, systematisch aufgenommen. Die Daten wurden anschließend in Vitricon dokumentiert und in ein eigens entwickeltes Dashboard integriert. Dadurch können energiebezogene Informationen künftig strukturiert ausgewertet und über die Exportfunktionen der Software weiterverarbeitet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der digitalen Abbildung der elektrischen Haupt- und Unterverteilungen. Neben der Unterstützung bei der Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen schafft diese Dokumentation Transparenz über die Stromverteilung innerhalb des Gebäudes. Dies erleichtert insbesondere die Planung zukünftiger Messkonzepte sowie die Zuordnung von Energieverbräuchen zu einzelnen Verbrauchern.
Ergänzend wurden die erfassten Anlagen und Verteilungsstrukturen in den Gebäudegrundrissen dokumentiert. Damit entsteht eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Gebäudetechnik und die Verknüpfung von Gebäudehülle, technischer Gebäudeausrüstung und Energieflüssen. Das Pilotprojekt liefert somit wertvolle Erkenntnisse für den Aufbau eines datenbasierten Energiemanagements an der Hochschule Mittweida.
Ökostrom an der Hochschule Mittweida
Seit dem Jahr 2023 versorgt der SIB alle seine Liegenschaften, so auch die Hochschule Mittweida, mit Ökostrom. Auch für die Zukunft konnte vor dem Hintergrund des Auslaufens des bestehenden Vertrages die Versorgung mit 100 % Ökostrom gesichert werden. In den kommenden drei Jahren werden zwei sächsische Energieversorger die Versorgung sicherstellen.
Durch die Nutzung von Ökostrom können in allen sächsischen Liegenschaften etwa 110.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden, wovon ein Teil auf die Hochschule Mittweida entfällt. Diese Bemühungen sind Teil des sächsischen Energie- und Klimaprogramms und des Masterplans Klimabewusste Landesverwaltung, um CO2-Emissionen zu kompensieren und die Nachhaltigkeitsbemühungen im Freistaat Sachsen zu fördern. Somit wird auch ein wesentliches Ziel des integrierten Klimaschutzkonzeptes der Hochschule Mittweida erreicht.