Leitlinien der Hochschule

1. Ziel und Bestimmung

Das Studium an der Hochschule Mittweida dient der Befähigung, anwendungsorientierte und praxisbezogene, wissenschaftliche Ergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft zu nutzen, durchzusetzen und die Fähigkeit interdisziplinären Handelns insbesondere im Technik-, Wirtschafts- und Sozialsystem der Gesellschaft weiter zu entwickeln.

Die Perspektive der Hochschule mit ihren ingenieur-, medien-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Kompetenzen liegt begründet in der weiteren Stärkung und Vernetzung unter maßgeblicher Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien.

Mit der breiten Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien und Multimedia in allen Wissenschaftsdisziplinen hat die Hochschule Mittweida einen wichtigen Schritt in die Zukunft vollzogen.

2. Wertebewusstheit

Studienabschlüsse der Hochschule Mittweida haben im jeweiligen Graduierungslevel des nationalen Rahmens mitbestimmend und international vergleichs- und anerkennungsfähig zu sein. Die Hochschule muss ihren Platz auch in Zukunft durch Aktivierung innovativer Synergiepotentiale, internationale Kooperation und Mobilität in der europäischen Bildungslandschaft und auf dem Arbeitsmarkt behaupten.

Das Qualitätssiegel der Hochschule wird bestimmt durch Weiterentwicklung und Aktualisierung des auf den Kernkompetenzen basierenden Bildungsangebotes, das auf solider wirtschaftsnaher Forschung und Entwicklung in Kooperation mit Unternehmen, Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Einrichtungen der externen Industrieforschung basiert. Die Verzahnung von Ausbildungs- und Berufserfahrungen zur Qualitätssicherung erfordert eine stärkere Konzentration auf die Alumni–Tradition.

3. Internationalität und Überregionalität

Überregionalität und Internationalität, die sich aus der geografischen Lage zu anderen sächsischen Hochschulen und den demographischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten Sachsens ableiten lassen, sind Indikatoren für Ausbildungs- und Betreuungsqualität sowie Ausstrahlung der Hochschule. 

Das Studium an der überregional und international bekannten Hochschule Mittweida University of Applied Sciences erhöht die Berufschancen der Absolventen und liegt somit im Interesse der Studentenschaft. Mit der Einführung moderner Kommunikationsformen lockern sich die lokalen Bindungen in Lehre, Forschung und Transfer. Das internationale Marketing muss verstärkt werden. 

Die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht ein weltweites Angebot von Studieninhalten.

4. Praxisorientiertheit

Das Studium an der Hochschule Mittweida ist praxisorientiert. Jeder Studiengang enthält mindestens ein Praxissemester und richtet sich an den Erfordernissen des Marktes aus. Als praxisnahe ausbildende Hochschule sind duale Ausbildungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Hochschule verstärkt die Vernetzung in und mit der regionalen Wirtschaft im Sinne der Wirtschaftsförderung, der Nachwuchsbereitstellung, berufsbegleitenden Weiterbildung und der Mentorentätigkeit.

5. Fachbezogenheit und Vielseitigkeit

Die Zukunft der Hochschule Mittweida liegt in der Entwicklung wettbewerbs- und marktfähiger Studienangebote für Erststudium, Weiterbildung und lebenslanges Lernen. Die Fachbereiche profilieren ihre Angebote durch Herausarbeitung der Kernkompetenzen, Modularisierung der Studieninhalte in fachbereichsübergreifender Kooperation und Konzentration auf Schwerpunktprofile, die sich gegenüber den Hochschulwettbewerbern abheben. Neue Kooperationsmodelle, private-public Partnerschaften, Aufbau von Weiterbildungsstudiengängen und Erneuerung der Lehrinhalte aus dem Erkenntnisgewinn der internationalen Forschung sowie der Forschungsgruppen und Aninstitute sind notwendig für die Stabilisierung der Hochschule und bedürfen ständiger Aufmerksamkeit und Förderung.

6. Forschung

Die Organisation von Wissen und dessen Verfügbarkeit vollzieht sich in orts- und institutsübergreifenden Netzwerken. Profilbildung und Konzentration auf leistungsstarke Forschungskompetenz an der Hochschule, im Forschungszentrum und in Aninstituten sowie Interdisziplinarität in Forschung und Lehre. Das sind Vorbedingungen für die Herausbildung neuer Studiengänge in der Zukunft. Wertschöpfung durch Know-how bietet zunehmend auch die Chance zur Erzielung von Einkünften. Verstärkte F/E – Kooperation mit regionalen und überregionalen, insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen zur Erhöhung der Wertschöpfung in den neuen Bundesländern, besonders in Sachsen.

7. Wirtschaftlichkeit

Die Mechanismen der flexiblen Haushaltsführung und des Wettbewerbs werden durch den Abschluss von hochschulspezifischen Zielvereinbarungen herbeigeführt. Die Beteiligung am Wettbewerb fördert die leistungsorientierte Fokussierung der Fachbereiche und schafft Grundlagen für neue Kooperations- möglichkeiten. Die Professorenschaft widmet dem Zufluss von Mitteln außerhalb des Haushaltes, vor allem auf den Gebieten Forschung, Weiterbildung und Erarbeitung virtueller Formen der Kommunikation in der Lehre Priorität.

8. Wandlungsfähigkeit

Die Bewahrung der Hochschule als ein Zeichen der Hochschulbildung im mittel-sächsischen Raum mit überregionaler Bedeutung erfordert für die Fachbereichsprofile Wandlungs- und Erweiterungsfähigkeit, doch auch die Bereitschaft zur Substitution von Studiengängen. 

Der internationale Erkenntniszuwachs, die Anforderungen der Industrie an unsere Absolventen und der Wettbewerb der Bildungseinrichtungen untereinander erfordern es, geeignete personelle Ressourcen zu erschließen. Temporär gebundene motivierte Fachleute aus Wirtschaft, Verwaltung und Sozialbereichen sowie Kooperationspartnerschaften zwischen Hochschulen – auch ausländischen – sind eine wichtige Komponente zur Ergänzung des Lehrpersonals. Die für das Profil der Hochschule kompetenten und leistungsstarken Module müssen Ausgangspunkt weiterer Planungen und Ressourcenentscheidungen werden. Die Modularisierung des Studiums führt zur Schaffung von Freiräumen für die Einrichtung neuer Studiengänge, für Qualifizierung und Forschung. Das Rektorat fördert diese Entwicklung durch Strukturierung der Dienstleistungsbereiche der Hochschule. Konzepte des lebenslangen Lernens und die Nutzung eigener Ressourcen für virtuelle Studienformen sind vorrangig geeignet, die Bewerberzahlen zu erhöhen. Die Hochschule wird zunehmend zu einer lehrenden und lernenden Bildungseinrichtung, um den wechselnden Anforderungen des Berufslebens gerecht zu werden.

9. Regionale Verwurzelung

Der Rahmen für die Hochschulentwicklung wird nicht allein durch Studentenzahlen, Absolventenbewährung und Forschungserfolge bestimmt. Die Hochschulen befinden sich regional bezogen im Wettbewerb zu anderen, die aus dem gleichen begrenzten Finanzrahmen unter Beachtung parlamentarischer Entscheidungen gefördert und finanziert werden. Deshalb muss die Hochschule ein zuverlässiger und unverzichtbarer Partner nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Region sein. Die Hochschule muss sich zu einem geistig-kulturellen Zentrum entwickeln, das sich insbesondere die Bildung von Partnerschaften mit den Schulen und die Unterstützung und Förderung der Jugend der Region zum Ziel setzt. Die Region ist ein ideales Wirkungsfeld für alle Formen von Bildungs- und Forschungspartnerschaften.

10. Mit- und Selbstbestimmung

Die dynamische Weiterentwicklung setzt die Einbeziehung aller Hochschulangehörigen voraus. Die Hochschule wird sich auf neuartige Nachfragen einrichten, deren Befriedigung Studienangebote erfordert, die grundsätzlich differenziert, modular, international und auf lebenslanges sowie virtuelles Lernen ausgerichtet sind.

Wie jede Hochschule, so ist auch die Hochschule Mittweida aus den Gruppen der Lehrenden, der Studierenden und anderen Bediensteten zusammengesetzt. Keine der Gruppen ist homogen. Sie sind nach Altersgruppen, Fachgebieten und sozialen Stellungen strukturiert. Überall dort, wo in Lehre und Forschung geistig-schöpferische Arbeit geleistet wird, muss täglich von Neuem um Konsens demokratisch gerungen werden. Die Hochschule ist so zu leiten und zu führen, dass die Gruppen und die einzelnen Mitglieder ihren demokratisch legitimierten Einfluss auf die Hochschulgestaltung ausüben und sich mit der Hochschulentwicklung identifizieren können.

Alle aktiven und ehemaligen Hochschulmitglieder sollen als Multiplikatoren wirken. Die Studentenwerbung ist hierbei eine zentrale Aufgabe.

11. Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit

Die Hochschule Mittweida wirkt darauf hin Chancengleichheit, d.h. gleiche Rechte und gleiche Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen und Männern in allen Bereichen der Hochschule, zu gewährleisten. Insbesondere in den wissenschaftlichen Spitzenpositionen ist die Hochschule bestrebt, den Frauenanteil zu erhöhen sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen durch geeignete Karriere- und Personalentwicklungsmaßnahmen zu unterstützen. In Studiengängen, in denen eines der beiden Geschlechter unterrepräsentiert ist, werden geeignete Maßnahmen unternommen, um die Gleichstellung der Geschlechter zu unterstützen.

Ein zwingendes Erfordernis der gleichberechtigten Teilhabe am Studium und insbesondere an Prüfungen ist die Gestaltung gleichwertiger Bedingungen für alle Studierenden. Die Hochschule Mittweida setzt sich für Schaffung geeigneter Maßnahmen zum Nachteilsausgleich ein. Zielgruppe sind Studierende in besonderen Lebenslagen, d.h. mit Familienaufgaben, mit chronischen Erkrankungen oder Behinderung sowie ausländische Studierende.

Die Hochschule versteht die Förderung der Gleichstellung als Querschnittsaufgabe.

12. Familienfreundliche Ausrichtung der Hochschule

Die Hochschule Mittweida wirkt darauf hin, die Vereinbarkeit von Studium und Familie bzw. Beruf und Familie zu fördern.

Sie ist bestrebt, Rahmenbedingungen und Angebote zu schaffen, die dazu dienen, die betrieblichen Interessen der Hochschule, die familiären Interessen der Beschäftigten und Studierenden in Einklang zu bringen. Die Hochschule Mittweida trägt das Zertifikat "Familiengerechte Hochschule".