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Portrait

 

Am 7. Mai 1867 gründete der aus Mannheim stammende Ingenieur Carl Georg Weitzel, unterstützt von ansässigen Unternehmen und der Kommune, im Theaterhaus der Stadt das „Technicum Mittweida". Diese von ihm als private Ausbildungsstätte geführte Einrichtung zur Ausbildung von Maschinenbau-Ingenieuren zog schon bald zahlreiche Studierende an, denn schon um die Jahrhundertwende war das „Technicum Mittweida" eine der größten privaten Lehreinrichtungen in Deutschland. Sachsen war zu dieser Zeit eines der führenden Länder auf dem Gebiet des Maschinenbaus, es besaß 1870 das dichteste Eisenbahnnetz aller deutscher Staaten und Chemnitz war 1871 das Zentrum des deutschen Maschinenbaus. 

Carl Georg Weitzel erkannte, dass die Industrie neben qualifizierten Arbeitern und Meistern einen mit der industriellen Praxis vertrauten und verbundenen Ingenieur suchte. Die Ausbildung war, manchmal auch jenseits der offiziellen Bildungspolitik und gelegentlich gegen Schikanen ankämpfend, dieser Vorstellung über viele Jahrzehnte verpflichtet. Man strebte keineswegs danach, das „Technicum" als „Höhere Technische Lehranstalt" den Technischen Hochschulen anzunähern, lehrte aber über dem Niveau der verschiedensten Formen von Berufsschulen.

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Die Ausbildung begann im Jahre 1867 mit 17 Studierenden, aber bereits 1873 stieg ihre Zahl auf 185 an, so dass die bisher gemieteten Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten. Carl Georg Weitzel gelang es, trotz erheblicher finanzieller Schwierigkeiten, mit dem Vorderhaus des späteren Hauptgebäudes und heutigen „Carl-Georg-Weitzel-Baus", ab 1874 ein erstes eigenes Unterrichtsgebäude nutzen zu können.
 
 Zu den weitsichtigen Entscheidungen des Gründers gehörten die Einrichtung von Laboratorien für praktische Übungen und die Einführung des Unterrichtsfaches „Elektrotechnik" im Jahre 1884. Zwei Jahre später gehörte zur Ausstattung des Hörsaals für Physik eine elektrische Beleuchtungsanlage zu Demonstrationszwecken, und 1890 entstanden drei neue Säle für die Elektrotechnische Abteilung.
 
Die Verdienste des Gründers des „Technikums Mittweida“, Carl Georg Weitzel, würdigte im Jahre 1892 der Stadtrat von Mittweida mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft und der sächsische König mit dem Titel „Kammerrat". Nach 25jährigem Direktorat übergab Weitzel im gleichen Jahr die Amtsgeschäfte Alfred Udo Holzt, die großen Belastungen als Direktor, Lehrer, Autor von Lehrbüchern und auch persönliche Schicksalsschläge hatten seine Gesundheit untergraben.
 
 Mit Alfred Udo Holzt, der als junger Ingenieur am „Technikum" lehrte, übernahm ein Mann die Leitung, der mit der Forderung, dass „...bei dem Unterricht besonders die praktische Seite zu betonen…." sei, die Ziele Carl Georg Weitzels weiterhin verfocht.
 
 

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Holzt berücksichtigte frühzeitig neue technische Entwicklungen, so bot er ab 1909 Lehrveranstaltungen zur Flugzeug- und Automobiltechnik an. Die angehenden Elektro-Ingenieure konnten seit 1917 das Fach „Fernmeldetechnik und Funkentelegraphie" belegen, außerdem standen Laboratorien für die Hochfrequenz-, Radio- und Fernmeldetechnik zur Verfügung.

Ein Ergebnis der ehrgeizigen Zielsetzungen war der Bau des „Electrotechnischen Instituts", des heutigen „Afred-Udo-Holzt-Baus", eröffnet 1894, und die Inbetriebnahme der „Lehr-Fabrikwerkstätten" im Jahre 1901, drei Jahre später in „Präzisionswerkstätten Mittweida" GmbH umbenannt. In diesem Unternehmen konnten sich nicht nur Praktikanten auf das Studium vorbereiten, sondern man produzierte auch elektrische Maschinen, Messgeräte, Lehrmittel und Werkzeugmaschinen.

Bereits im Jahre 1902 verlieh man Alfred Udo Holzt für seine Verdienste den Professorentitel und 1917 den eines „Königlich-sächsischen Hofrates". In der Mitte der 20er Jahre erreichte das „Technikum Mittweida" mit über 2300 jungen Menschen seine bis dahin größte Zahl an Studierenden. Die Besucher kamen vor allem aus den europäischen Ländern, aber auch aus Übersee und aus Asien. Zeitweise waren mehr als die Hälfte aller Studenten Ausländer.

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Trotz des immer noch großen Zuspruchs und des guten Rufes des „Technikums Mittweida" gerieten Ende der zwanziger Jahre die Bildungseinrichtung und die „Präzise" in finanzielle Schwierigkeiten. In den Jahren der Weltwirtschaftskrise sank die Zahl der Studierenden ab, und die Schließung schien unvermeidlich. Verschärft wurde die kritische Situation durch den privaten Charakter der Einrichtung, die den Bestrebungen zur Verstaatlichung aller Schulen entgegenstand.

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten bestand für die Weiterführung in der bisherigen Weise keine realistische Möglichkeit mehr. Ab 1935 musste der Name „Ingenieurschule Mittweida" geführt werden, und am 15. Juni 1936 trat Hofrat Professor Alfred Udo Holzt zurück. Nach längeren Verhandlungen erwarb 1938 die Stiftung „Ingenieurschule Mittweida (Höhere Technische Lehranstalt)" die Bildungsstätte. Am 25. Oktober 1938 übernahm Professor Dr.-Ing. habil. Ludwig Zipperer die Leitung. Der Lehrbetrieb konnte bis zum Januar 1945 aufrechterhalten werden.

Am 1. November 1947 nahm die „Ingenieurschule Mittweida" den Lehrbetrieb mit den Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Landmaschinenbau und Kraftfahrzeugbau wieder auf. Ab 1951 immatrikulierte man ausschließlich Studenten für die Fachgebiete der Elektrotechnik. Gleichzeitig berief das zuständige Ministerium für Industrie den Ingenieur Martin Schneidereit zum Direktor. Im Sommer des Jahres 1951 begannen die Bauarbeiten zum neuen Laborgebäude, dem jetzigen „Walter-Bruch-Bau". Am 16. Oktober 1953 konnte das neue Laboratoriumsgebäude feierlich eingeweiht werden.

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In den 60er Jahren verband sich die elektrotechnische Ausbildung zunehmend mit der Elektronik, und es entstanden neue Spezialisierungen. wie die Steuer- und Regelungstechnik. Die Ingenieurschule Mittweida gehörte mit ihrer Leistungsfähigkeit zu den erfolgreichsten des Landes, deshalb sah man sie für einen neuen Typ von Hochschulausbildung vor.

Am 1. September 1969 fand der feierliche Gründungsakt der „Ingenieurhochschule Mittweida" statt. Zum Gründungsrektor berief das Ministerium Professor Dr. rer. oec. habil. Reinhard Göttner von der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden. Er leitete die Hochschule bis 1981. Ihrem Status nach war sie den Universitäten und Technischen Hochschulen gleichgestellt. Sowohl durch die Berufung von qualifizierten Wissenschaftlern zu Hochschuldozenten und Professoren als auch durch den engagierten Einsatz der ehemaligen Fachschullehrer erhöhte sich insgesamt das wissenschaftliche Niveau. Die angehenden „Hochschulingenieure" konnten die Fachrichtungen „Elektroniktechnologie", „Informationstechnik" oder „Gerätetechnik" studieren. Ab 1976 führten alle Absolventen der Ingenieurhochschulen den Titel „Diplom-Ingenieur". Das Promotionsrecht zur Erlangung des akademischen Grades „Doktor-Ingenieur" erhielt die Ingenieurhochschule Mittweida 1980. Bald nach ihrer Gründung entstanden sehr erfolgreich arbeitende Forschungsgruppen, neue Laboratorien und Praktika, um das Niveau der Ausbildung zu erhöhen und die angewandte, vorzugsweise interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit, zu fördern. Zu Beginn der 80er Jahre entstand allerdings eine der kritischsten Situationen für den Fortbestand der Ingenieurhochschule Mittweida. Die Selbständigkeit sollte zugunsten eines Anschlusses an eine Technische Hochschule aufgehoben werden, der Widerstand der Leitung und der Mitarbeiter führte zur Aufgabe dieser Pläne.

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Das Konzil der Ingenieurhochschule Mittweida wählte 1981 Professor Dr. rer. nat. habil. Gerhard Zscherpe zum Rektor. Trotz zunehmender wirtschaftlicher und politischer Schwierigkeiten im ganzen Land gründete sich 1983 das „Zentrum Elektronischer Gerätebau", und im gleichen Jahr konnte der Neubau der Mensa mit der Bibliothek abgeschlossen werden. 1988 folgte das Laserapplikationszentrum „Lasertechnik und -technologie". Die Ausbildungs- und Forschungslabors zur Nachrichten- und Datenübertragung, zur Opto-Elektronik, zur Mikrorechtechnik, zur Technologie der Mikroelektronik, zur Werkstofftechnik und zur Qualitätssicherung konnten ausgebaut werden und erhielten, im Rahmen der Möglichkeiten, modernere technische Ausstattungen.

Im Jahre 1990 wählten die Angehörigen der Ingenieurhochschule Mittweida Professor Dr.-Ing. habil. Reinhard Schmidt mit großer Mehrheit zum Rektor. Unter seiner Leitung gelang es, die Selbständigkeit der Hochschule zu erhalten und den schwierigen Prozess des Neubeginns als Fachhochschule zu meistern. Seinem Willen, der Unterstützung aller Mitarbeiter und vieler ehemaliger Studenten ist es zu verdanken, dass die Bereitschaft, sich den neuen Aufgaben und Forderungen selbstbewusst und schöpferisch zu stellen, trotz mancher Widrigkeiten, ungebrochen war.

Bereits im Sommersemesters 1991 begann in Mittweida eine achtsemestrige Fachhochschulausbildung im neuen Fachbereich „Wirtschaftswissenschaften" und im Wintersemester 1991/92 folgten die Studiengänge der neu gegründeten Fachbereiche „Elektrotechnik / Elektronik", „Maschinenbau / Feinwerktechnik" und „Mathematik / Physik / Informatik".

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Den Status einer Fachhochschule verlieh der Staatsminister für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Hansjoachim Meyer, der „Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida (FH)" am 30. Juli 1992 in feierlicher Form. Das Angebot erhöhte sich bald auf 14 Studiengänge, und mit 2600 Studierenden überschritt die Hochschule 1995 ihre bis dahin höchste Zahl von Immatrikulationen aus dem Jahre 1923.

Bereits im Jahre 1991 konnte der Sigmund-Schuckert-Bau für die Ausbildung und die Forschung genutzt werden, und im Jahre 1993 entstand das Forschungszentrum im TechnologiePark Mittweida. Mit der Übernahme des Standortes Roßwein, der Gründung des Fachbereiches „Soziale Arbeit" und mit neuen Studiengängen erwuchsen neue Aufgaben.

Ein sichtbares Zeichen für das Bemühen, die erreichten wissenschaftlichen Ergebnisse vorzustellen, waren seit der Gründung der Ingenieurhochschule Mittweida ihre Wissenschaftlichen Konferenzen. Um aber eine noch größere Öffentlichkeit für die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit zu interessieren, bereitete die Hochschule erstmals im Jahre 1993 eine populärwissenschaftliche Konferenz mit der Bezeichnung „SATERRA“ - Konferenz zur Umwelt, zu Technikfolgen und Weltraum“ vor, die seither regelmäßig stattfindet.

Im Jahre 1996 erhielt Professor Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. Reinhard Schmidt für eine weitere Amtszeit das Vertrauen des Senates. Mit der Errichtung eines Maschinenbau-Laboratoriums, dem „Gerhard-Neumann-Bau", der 1997 feierlich eingeweiht werden konnte, und des neuen Hochspannungslaboratoriums im Wasserkraftwerk Mittweida im darauf folgenden Jahr verbesserten sich die Arbeits- und Studienbedingungen spürbar.

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Der Auf- und Ausbau des „Medienzentrums“ konnte im Jahre 1998 abgeschlossen werden. Für die Studiengänge „Medientechnik“ und „Medienmanagement“ war das ein unabdingbares Erfordernis. Der neuen Entwicklung trug der verantwortliche Fachbereich mit der Umbenennung in „Medien & Elektrotechnik" Rechnung.

Mit der gewachsenen Internationalität und den Erfolgen der „Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida (FH)" entstand der Wunsch nach einem neuen Namen. Im Jahre 1998 genehmigte das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen den Antrag auf Umbenennung in „Hochschule Mittweida (FH) University of Applied Sciences" Mit dem Namen wurden nicht nur internationale Gepflogenheiten berücksichtigt, sondern auch das „Wortungetüm" und in ihm die Nichtberücksichtigung wichtiger Bereiche beseitigt.

Nach der überaus erfolgreichen zehnjährigen Amtszeit schied im Jahre 2000 der Gründungsrektor, Professor Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Reinhard Schmidt aus dem Amt. Für seine Verdienste ehrte ihn die Stadt Mittweida mit dem Ehrenbürgerbrief, die Hochschule würdigte ihn mit einem Ehrenkolloquium, und er erhielt für seine Verdienste um die Entwicklung des Hochschulwesens in Sachsen den Verdienstorden des Freistaates Sachsen.

Zum neuen Rektor wählte das Konzil am 26. Januar 2000 Professor Dr.-Ing. habil. Werner Totzauer. Unter seiner Leitung erreichte die Hochschule Mittweida mit der kontinuierlichen Fortsetzung der unter Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Reinhard Schmidt begonnenen Profilierung zahlreiche Erfolge. Während Im Wintersemester 2000 die Zahl der Studienanfänger 880 betrug, nahmen 2001 bereits 1150 und im Jahre 2002 mehr als 1200 junge Menschen ein Studium auf. Die Zahl der ausländischen Studierenden stieg in diesem Zeitraum von 171 auf 415, die aus 21 Ländern stammten.

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Bereits im Februar des Jahres 2000 bestätigte die Sächsische Hochschulentwicklungskommission die großen Fortschritte im Leistungsvermögen der Hochschule. In diesem und dem folgenden Jahr führte die Sächsische Hochschulentwicklungskommission eine Evaluation unserer Hochschule durch. Aus den Ergebnissen entstand im Jahre 2002 die Profilierungskonzeption „Zukunftsfähigkeit der Hochschule“. Das Kuratorium der Hochschule, das mit dem neuen Sächsischen Hochschulgesetz größere Befugnisse erhielt, unterstützte diesen Prozess nachhaltig. Besondere Verdienste erwarb sich sein Leiter, Professor Wolfgang Schulhoff (MdB).

Der zunehmenden Internationalisierung trug die Hochschule im Jahre 2001 dadurch Rechnung, dass sie die Ausbildung im neuen Studiengang „Industrial Management" mit dem Abschluss Master of Sciences begann. Außerdem bot man bereits seit 1999 die Bachelor-Studiengänge „Informationstechnologie“ und „Angewandte Medientechnik“ an.

Auch in dieser Zeit setzte die Hochschule den weiteren Aus- und Aufbau des Campus fort, so konnte im März des Jahres 2000 die Mensa nach einer umfangreichen Rekonstruktion wiedereröffnet werden, und mit der Flächenerweiterung verbesserten sich die Bedingungen für die Hochschulbibliothek. Im Dezember des gleichen Jahres wurde die Hochschulsporthalle fertig gestellt, und der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband zeichnete die Hochschule für die Förderung des Sportes mit dem Titel „Hochschule des Jahres 2000“ aus.

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Am 14. November 2000 schloss die Hochschule den ersten Kooperationsvertrag mit der Höheren Technischen Lehranstalt in Weiz (Österreich) ab. Vereinbart wurde zur Übernahme von Lehrleistungen in postgradualen Studiengängen ab. Dieser Vertrag diente als Grundlage für den Ausbau der Beziehungen mit weiteren österreichischen Partnern.

Das Forschungszentrum e.V. zog im Februar 2002 in ein neues Laborgebäude ein, damit war die erste Phase für ein hochschulnahes Forschungszentrum realisiert. Gleichzeitig konnte das „Applikations Center Mikro-Controller" eröffnet werden, eine Forschungseinrichtung, die der Entwicklung von Mikroprozessor- und Mikrocontrollertechnik dient.

Im Oktober 2002 fand Einweihung des Grunert - de Jácome - Baus statt. Aus einem ehemaligen Wohnheim entstand ein modernes Laborgebäude mit zahlreichen modernen Praktika, weiteren Arbeitsräumen und einem multimedial nutzbaren Mehrzwecksaal in einem Anbau.

Den gewachsenen und veränderten Anforderungen der Wirtschaft trugen die Errichtung der Studiengänge „Mechatronik“, „Multimediatechnik“ und „Wirtschaftsingenieurwesen“ (postgradual) im Jahre 2002 und die Umprofilierung des Studienganges „Umwelttechnik“ in „Umwelttechnik/Biotechnologie“ Rechnung. Der Errichtung des Masterstudienganges „Discrete and Computational Mathematics““ stimmte der Senat 2003 zu. Der gewachsenen Bedeutung der Medien trug die Ausgründung des Fachbereiches Medien aus dem Fachbereich Medien & Elektrotechnik Rechnung.

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Am 29. Januar 2003 wählte das Konzil der Hochschule den bisherigen Rektor, Prof. Dr.- Ing. habil. Dr. h.c. Werner Totzauer, für eine weitere Amtszeit zum Rektor. Im Juli 2003 unterzeichnete er nach vierjährigen Verhandlungen die Vereinbarung über die Entwicklung zwischen den Staatlichen Hochschulen und der Sächsischen Staatsregierung bis 2010. Damit fand eine lange und schwierige Diskussion über das Beschreiten neuer Wege in der Hochschulautonomie, über mehr Planungssicherheit und die zukünftige Entwicklung der Hochschule Mittweida ihren Abschluss. Die Konzeption „Zukunftsfähigkeit der Hochschule Mittweida (FH)“ konnte nunmehr umgesetzt werden.

Ein herausragendes Ereignis für das Selbstverständnis und die Traditionen der Hochschule Mittweida war die feierliche Eröffnung der Ständigen Ausstellung „Mittweidas Ingenieure in aller Welt“ am 30. Mai 2003 im Haus „Am Pfarrberg“ in Mittweida, in der neben August Horch, Fritz Opel und Jørgen Skafte Raßmussen, das Leben und Wirken berühmter Mittweidaer Absolventen, wie Bernhard Schmidt, Walter Bruch, Eduard Rhein, August Arnold und vieler anderer gewürdigt werden.

Die Bemühungen um die Einführung der Bachelor- und Masterausbildung nahmen an Intensität zu. Im Oktober 2004 übergab die Akkreditierungsagentur ZevA der Hochschule die Akkreditierungsurkunden für die Bachelor-Studiengänge: „Medientechnik“, „Medienmanagement“, „Angewandte Medienwirtschaft“, „Film und Fernsehen“, „Businessmanagement“, „Gesundheitsmanagement“, sowie die Masterstudiengänge „Industrial Management“ und „Information and Communication Science“. Damit nahm die Hochschule Mittweida bei der Akkreditierung von Studiengängen eine Spitzenposition in Sachsen ein. Allerdings erreichte die Hochschule in dieser Zeit auch die Grenzen ihrer Möglichkeiten in der Lehrbelastung. Die Zahl der Immatrikulationen stieg von 1277 im Wintersemester 2003 auf über 1300 im Jahre 2005, die Gesamtstudierendenzahl betrug über 5000.

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Im Jahre 2004 unterzeichnete die Hochschule mit den Sportverbänden, Sportfachverbänden, dem Olympiastützpunkt, dem Studentenwerk und den Kommunen einen neuen Kooperationsvertrag zur Förderung des Spitzensportes. Sie erreichte unter den deutschen Fachhochschulen auf dem Gebiet des Hochschulsportes in diesem Jahr den zweiten Platz und 2005 den ersten.

Mit der Gründung der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung „Institut für Technologie- und Wissenstransfer Mittweida (ITWM)“ wurde im Jahre 2005 vor allem der angewandten Forschung Rechnung getragen.

Anlässlich der 17. Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz in Mittweida im November konnten zwei Jubiläen begangen werden; „15 Jahre Biokinetische Medizintechnik“ und „25 Jahre Automatisierungstechnik“. Außerdem erhielt das „Laserinstitut Mittelsachsen“ einen erstmals ausgelobten Sonderpreis für Technologie- und Wissenstransfer.

Im Mai 2005 erreichte der Fachbereich Soziale Arbeit im bekannten CHE-Ranking bundesweit den 5. und in den neuen Bundesländern den 1. Platz. Mit dem Wintersemester begann in Roßwein die Ausbildung im Aufbaustudiengang „Sozialmanagement“.

Am 25. Januar 2006 wählte das Konzil der Hochschule Mittweida Professor Dr.-Ing. Lothar Otto für die Amtszeit von 2006 bis 2009 zum Rektor. Die feierliche Amtseinführung vollzog Barbara Ludwig, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, am 12. April 2006. In seiner Antrittsrede betonte Magnifizenz Prof. Dr.-Ing. Lothar Otto: „Über Mittweida hinaus sehe ich derzeit einen breiten Konsens darüber, dass im deutschen und europäischen Bildungssystem  neue Wege beschritten werden müssen. Mit der Einführung der neuen Abschlüsse Bachelor und Master wird der Weg zu einheitlichen, international anerkannten Abschlüssen geebnet, das entspricht dem Geist eines neuen Europas und einem international geöffneten Arbeitsmarkt.“

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Neue Akzente im Zusammenwirken von Kommune und Hochschule konnten durch die gemeinsame Ehrung des Lehrers und Architekten Johann Nepomuk Bürkel in der Fichte-Schule in Mittweida im Mai des Jahres gesetzt werden.

Im Juni bestätigt der Senat den Antrag einer Excellenzinitiative zur Erlangung des Promotionsrechtes auf dem Gebiet Physik/Lasertechnik, und im Dezember folgt das Kuratorium diesen Vorstellungen. Mit der Eröffnung des EMV - Labors der Hochschule Mittweida am Ende des Jahres konnte eine weitere Verbesserung der Ausbildung erreicht werden.

Zu Beginn der Lehrveranstaltungen im Studienjahr 2006/2007 studierten an der Hochschule Mittweida 5300 Studenten, davon sind mehr als 750 in Bachelor und Masterstudiengängen eingeschrieben. Von insgesamt 31 Studiengängen sind derzeit zehn als Bachelor- bzw. Masterstudiengänge akkreditiert. Die Hochschule Mittweida beteiligt sich an internationalen Projekten zur Förderung der Bachelor- und Masterausbildung. Im EU-Programm „Alpha“ ist die Hochschule Koordinator eines Projektes zur Entwicklung eines kooperativen, internationalen Masterstudienganges „Industrial Management“ mit dem Abschluss „Master of Science“. Bis zum Studienjahr 2007/2008 ist die Gesamtumstellung in allen Studiengängen vorgesehen.

Für alle Studenten stehen heute moderne Lehr- und Forschungseinrichtungen an der Hochschule Mittweida und in den angeschlossenen Forschungszentren zur Verfügung. Die Zentren für Laserapplikation, Sensorik, Förder- und Aufzugstechnik und Medienentwicklung und -management sind inzwischen weithin bekannt. Für die Leistungsfähigkeit der Hochschule Mittweida stehen auch die Promotionen im kooperativen Promotionsverfahren. Es zählt zu den großen Verdiensten der Hochschulleitung in den 90er Jahren, dass im Sächsischen Hochschulgesetz das kooperative Promotionsverfahren ermöglicht wurde. Neben dem Ausbau der Hochschule als Ort der akademischen Lehre gilt der praxisorientierten Forschung besondere Aufmerksamkeit.

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Ludwig Hilmer Professor Dr. phil.
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Erstellt durch die Arbeitsgruppe Hochschulgeschichte.

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