"Islam in Sachsen" im "Dialog Kontrovers"

"Islam in Sachsen" im "Dialog Kontrovers"

HSMW-News

Neue Veranstaltungsreihe an der Hochschule erfolgreich abgeschlossen. Neuauflage für 2019 gepalnt

"Dialog Kontrovers" an der Hochschule Mittweida<br>zum Thema "Islam in Sachsen"

Das Thema „Islam in Sachsen“ lockte am vergangenen Mittwoch bei Sommerwetter knapp einhundert Studierende, Lehrende sowie Bürgerinnen und Bürger in das Studio B der Hochschule Mittweida. Es war die vorerst letzte Veranstaltung des neuen Formats „Dialog Kontrovers“.

Organisiert vom Institut für Kompetenz, Kommunikation und Sport (IKKS) an der Hochschule Mittweida bot die Reihe im Sommersemester sieben spannende Abende mit je zwei Diskutanten und einem Moderator.

Am Mittwoch moderiert von Dr. Gunter Süß diskutierten zum Thema "Islam in Sachsen" die Professorin für Arabistik und Islamwissenschaft, Dr. Verena Klemm von der Universität Leipzig, und der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen, Gordian Meyer-Plath.

Nicht erst seit dem Anschlag in Berlin und dem Selbstmord des mutmaßlichen Terroristen Jaber Albakr werden islamistische Bestrebungen vom Verfassungsschutz beobachtet. Meyer-Plath stellte die Zahlen des Verfassungsschutzberichtes 2016 vor, nach dem es ein Personenpotential von circa 350 Islamisten in Sachsen gibt. Schwerpunkt ist die Al-Rahman-Moschee in Leipzig mit ihrem Imam Hassan Dabagh.

Klemm und Meyer-Plath betonten, wie wichtig es in der aufgeheizten Atmosphäre sei, zwischen Islamisten und einfachen Muslimen zu unterschieden. Gerade in Ostdeutschland, einer der säkularsten Regionen der Welt, könnten bereits alltägliche religiöse Praktiken als befremdlich empfunden werden. 

Meyer-Plath brachte diese Situation mit einem Zitat von Axel Noack auf den Punkt: „Die Menschen haben vergessen, dass sie Gott vergessen haben.“

Weitere Themen, die zum Teil auch kontrovers mit dem Publikum diskutiert wurden, waren die Rolle des Imams in muslimischen Gemeinschaften, die Unterschiede zwischen einzelnen Ausprägungen des Islams und der Konflikt zwischen Religionsfreiheit und individuellen Freiheitsrechten, wie er sich beispielsweise in der Debatte um die Beschneidung von Kindern manifestiert.

„Ringvorlesung“ im nächsten Sommersemester. Der „Dialog Kontrovers“ kommt 2019 wieder.

Insgesamt war diese letzte Veranstaltung der Reihe „Dialog Kontrovers“ im Sommersemester 2017 ein würdiger Abschluss. „Wir sind sehr zufrieden mit diesem Format“, sagt Prof. Dr. Stefan Busse, wissenschaftlicher Direktor des IKKS. „Unter der Überschrift ‚Welches Land wollen wir sein?‘ sind Studierende und Lehrende aus der Hochschule sowie Bürgerinnen und Bürger aus der Hochschulstadt miteinander ins Gespräch gekommen. Diese Wirkung in die Zivilgesellschaft hinein, die häufig auch als ‚Third Mission‘ der Hochschulen bezeichnet wird, ist uns sehr wichtig.“

Eine Neuauflage des Dialog Kontrovers ist für das Sommersemester 2019 geplant. Im kommenden Sommersemester 2018 lädt das IKKS zur vierten Ringvorlesung – diesmal unter dem Titel: „Das Böse“.

Alle Informationen zur Veranstaltungsreihe und die einzelnen Dialoge zum Nachsehen und -hören finden sich auf der Seite des Instituts für Kompetenz, Kommunikation und Sport der Hochschule Mittweida (IKKS).

Text: Dr. Gunter Süß
Fotos: Helmut Hammer