Tatort Park: Kinderuni der Hochschule Mittweida ermittelt
Tatort Park: Kinderuni der Hochschule Mittweida ermittelt
Kinderuni on tour am 2. Juni. Nächste Vorlesung in Mittweida am 26. Juni zur Nacht der Wissenschaften.
Mit Skelett, Mikroskop und jeder Menge Forschergeist im Gepäck machte sich das Kinderuni-Team der Hochschule Mittweida (HSMW) am 2. Juni auf den Weg nach Großbothen. Bei „Experimentieren im Park“ verwandelten sie und ihr Mitmach-Zelt den Wilhelm-Ostwald-Park in einen Ort voller Rätsel, Entdeckungen und Aha-Momente. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Einrichtungen aus der Region begeisterte die Hochschule hunderte Kinder für Naturwissenschaften, Technik und das Forschen.
Unsichtbares wird sichtbar…
Im Kinderuni-Zelt schlüpften die jungen Besucher:innen in die Rolle von Ermittler:innen. In mehreren interaktiven Vorlesungen lernten sie, wie Forensiker:innen an echten Tatorten arbeiten und warum Wissenschaft bei der Aufklärung von Verbrechen eine entscheidende Rolle spielt.
Michele-Nadine Wagner von der Fachgruppe Forensik und Robin Biebl vom Institut für Kompetenz, Kommunikation und Sprachen (IKKS) haben die Vorlesungen gestaltet. Gemeinsam nahmen sie die Kinder mit auf eine Reise in die Welt der kriminalistischen Spurensuche und gingen einer spannenden Frage nach: Wie lassen sich für das bloße Auge unsichtbare Spuren sichtbar machen und richtig auswerten? Dafür lernten die Kinder zum Beispiel Pulververfahren kennen und erfuhren, welche Informationen selbst kleinste Faserspuren liefern, wenn sie unter dem Mikroskop untersucht werden.
Doch bevor überhaupt nach Spuren gesucht werden kann, muss ein Tatort professionell gesichert werden. Die jungen Detektiv:innen lernten deshalb auch die wichtigsten Regeln der Spurensicherung kennen: Warum wird ein Tatort abgesperrt? Weshalb trägt die Spurensicherung Schutzanzüge? Und wie verhindert man, dass wichtige Hinweise versehentlich zerstört werden? Die gesammelten Beweise helfen bei der Rekonstruktion des Tathergangs, und wissenschaftliche Methoden der Forensik leifern Erkenntnisse, die zur Überführung einer tatverdächtigen Person führen.
Spurensicherung am „echten“ Tatort
Direkt nebenan wartete im Mitmach-Zelt die praktische Herausforderung. Hier konnten die Kinder ihr neu erworbenes Wissen unmittelbar anwenden. Bevor die Ermittlungen begannen, trafen sich alle zunächst im „Detektivbüro“. Gemeinsam sammelten sie die wichtigsten Regeln für eine professionelle Tatortbegehung und bereiteten sich auf ihren bevorstehenden Einsatz vor. Anschließend ging es zum eigens eingerichteten Tatort, an dem zahlreiche Hinweise auf die jungen Ermittler:innen warteten.
Mitarbeitende und Studierende der Fachgruppe Forensik betreuten das Mitmach-Zelt. Mit viel Engagement begleiteten sie die Kinder bei ihren Ermittlungen, gaben Hinweise, stellten Fragen und sorgten dafür, dass aus einem fiktiven Tatort eine authentische Forschungsumgebung wurde. So konnten die jungen Besucher:innen erleben, wie eng wissenschaftliches Arbeiten, Teamarbeit und kriminalistische Spurensuche miteinander verbunden sind.
Mit großer Konzentration wurden Spuren gesucht, gesichert und dokumentiert. Die Kinder verglichen Hinweise, diskutierten mögliche Zusammenhänge und rekonstruierten Stück für Stück den Ablauf des Geschehens. Dabei zeigte sich, was wichtig ist: Genau beobachten, Fragen stellen, Hypothesen entwickeln und diese anhand von Beweisen überprüfen.
Besonders kreativ wurde es anschließend an der Ideenwand vor dem Zelt. Dort hielten die Kinder ihre Vermutungen zum Tathergang fest – mal als kurze Notiz, mal als Zeichnung. Schnell füllte sich die Wand mit unterschiedlichsten Hypothesen, spannenden Erklärungen und kreativen Lösungsansätzen.
Wissenschaft zum Anfassen
Bei „Experimentieren im Park“ nutzt die Hochschule zum inzwischen dritten Mal die Möglichkeit, Wissenschaft dort erlebbar zu machen, wo Kinder ihre Freizeit verbringen – außerhalb von Hörsälen und Laboren. Gerade solche Formate sind ein wichtiger Bestandteil der Dritten Mission der Hochschule.
Für die HSMW ist dies zugleich ein wichtiger Beitrag zur MINT-Förderung in der Region. Naturwissenschaftliche und technische Themen werden nicht erst im Studium relevant. Interesse, Neugier und Begeisterung entstehen oft schon im Kindesalter. Veranstaltungen wie „Experimentieren im Park“ schaffen frühe Berührungspunkte mit Wissenschaft und zeigen, dass Forschen, Analysieren und kritisches Denken spannende Werkzeuge sein können, um die Welt zu verstehen.
Für Kinderuni-Organisator Robin Biebl zeigt das Format beispielhaft, wie Wissenschaftskommunikation gelingen kann: „An unserer Ideenwand konnte man wunderbar beobachten, was Wissenschaft ausmacht: Kinder stellen Fragen, entwickeln Hypothesen und diskutieren unterschiedliche Lösungswege. Genau diese Neugier möchten wir fördern. Denn Wissenschaft beginnt nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Fragen, Beobachtungen und dem Mut, eigenen Ideen nachzugehen. Gleichzeitig lebt das Format von den Menschen, die ihr Wissen mit Begeisterung weitergeben. Deshalb freue ich mich über alle Kolleg:innen und Studierenden, die sich auch künftig beteiligen. Die Vielfalt unserer Hochschule bietet unzählige Möglichkeiten, Kinder für MINT-Fächer und Wissenschaft zu begeistern. Das ist eine große Chance!“
Dass dieses Konzept aufgeht, zeigte sich auch in diesem Jahr: Den ganzen Tag über herrschte reger Andrang an den beiden HSMW-Zelten. Überall wurde beobachtet, diskutiert, experimentiert und kombiniert. Für viele Kinder war es die erste Begegnung mit wissenschaftlichen Methoden – und vielleicht der Beginn einer langen Entdeckungsreise.
Alle Informationen zur Kinderuni an der Hochschule Mittweida.
Vom Tatort zum Filmset
Kinderuni-Spezial zur Nacht der Wissenschaften am 26. Juni: Hinter den Kulissen – So arbeitet ein Filmteam.
Von 18 Uhr bis Mitternacht, also ein ganzer langer Abend auf einem Campus voller Ideen, Experimente und Mitmachaktionen für Jung und Alt, Klein und Groß: Das ist die Nacht der Wissenschaften an der Hochschule Mittweida am Freitag, dem 26. Juni. Mit dabei ist die Kinderuni mit einem “Spezial”, das die Kinder miterleben lässt, wie ein Filmteam arbeitet. Die 45-minütige Vorlesung findet zweimal statt: um 18:30 und 20 Uhr im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit. Eine Anmeldung ist nicht nötig.









