Auszeichnung für Arbeit über autonome Trams

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Carl-Springe-Preis vergeben. Deutschlandstipendium als Sprungbrett.

Drie maännliche Personen stehend im Altarrarum einer Kirche. Die jünger Person in der Mitte hält einen Blumenstrauß und eine Urkunde in den Händen. Die Personen links und rechts tragen akademsiche Talare und Hüte, die Person rechts zusätzllich eine goldene Amtskette.
Julius Seifert: Absolvent mit Preis, Laudator Professor Jan Thomanek (l.) und Rektor Professor Volker Tolkmitt.

Um zu wissen, ob man auf dem richtigen Weg zum Ziel ist, ist es gut zu wissen, wo man gerade ist. Was in der Feierlichen Exmatrikulation auch als weitere Lebensweisheit an die Absolvent:innen hätte gerichtet sein können, ist – vereinfacht ausgedrückt – der Zweck der Bachelorarbeit von Julius Seifert. Arbeit und Autor zeichnete die Fakultät Ingenieurwissenschaften der HSMW während der Feier am 29. Mai mit dem Carl-Springe-Preis 2025 aus. Der heute 22-jährige Absolvent des Studiengangs Elektrotechnik–Automation hatte sich mit „Untersuchungen zur Verbesserung der Positionsinformation für autonome Straßenbahnfahrzeuge“ beschäftigt. Aus Sicht seiner Prüfer und des Unternehmens, mit dem er dafür zusammenarbeitete, hat er damit im Jahr 2025 eine Abschlussarbeit von besonderem wissenschaftlich-technischem Wert vorgelegt. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis ist „nicht nur eine Anerkennung fachlicher Qualität, sondern zugleich eine Würdigung von Kreativität, Eigeninitiative und Ingenieurdenken“, so Laudator Professor Jan Thomanek.

Wie in vielen Fällen war das Deutschlandstipendium das Sprungbrett zur fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Praxis: Aus der Förderung durch die Hörmann Vehicle Engineering GmbH in Chemnitz ergab sich der Kontakt für das Praktikum und schließlich das Thema für die Bachelorarbeit in Kooperation mit dem Unternehmen.

Die Ergebnisse sind danach nicht in der Schublade verschwunden, sondern haben unmittelbar Anwendung im Forschungsprojekt „SmarTram“ gefunden und tragen dazu bei, automatisierte Schienenfahrzeuge weiterzuentwickeln.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Julius Seifert standen Untersuchungen zur Genauigkeit satellitengestützter Ortungsverfahren unter realen Einsatzbedingungen. Dafür analysierte er verschiedene Einflussgrößen auf die Positionsgenauigkeit, darunter die Bebauung, die Vegetation und die Abschattung, und entwickelte eine Methodik zur Bewertung und Klassifizierung unterschiedlicher Streckenabschnitte. Mit umfangreichen statischen und dynamischen Messungen validierte er seine Ergebnisse.

Auch neben seinem Studium engagiert sich der Preisträger für die Entwicklung von Fahrzeugen, allerdings nicht für solche auf Schienen: Seifert, inzwischen Student im Masterstudiengang Elektrotechnik-Automation, hat seit 2023 in verschiedenen Bereichen von Technikum Mittweida Motorsport (TMM) gearbeitet und ist heute technischer Leiter des Motorsport-Teams der HSMW. Engagement in Projekten und Studienleistungen stehen für Julius Seifert nicht im Konflikt: „Im Gegenteil – die Tätigkeit bei TMM hat mir viel Erfahrung und Wissen eingebracht. Das konnte ich wiederum gut in mein Studium und in die Bachelorarbeit einbringen.“

Carl Springe

Carl Springe (1877–1958) studierte Anfang des 20. Jahrhunderts Elektrotechnik und Maschinenbau in Mittweida, war anschließend sehr erfolgreich in der Entwicklung von Elektrozählern. Sein Enkel, Helmut von Dreising, stiftet seit dem Jahr 2001 das Preisgeld.