Am Start: Neuheiten für die Rennsaison 2026

Am Start: Neuheiten für die Rennsaison 2026

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Technikum Mittweida Motorsport präsentiert die neuste Version seines Web-Diagnosers. Das Tool vereinfacht den Live-Zugriff auf wichtige Fahrzeugdaten. Rollout des neuen Rennboliden am 4. Juni.

Rennfahrzeug auf nasser Piste. Links neben der Fahrbahn sind jubelndde Personen zu sehen.
Noch nicht neu: Red Viper, das Rennauto von TMM der vergangenen Saison. Der Nachfolger wird am 4. Juni enthüllt.

Präzise und verlässliche Live-Daten aus den Rennfahrzeugen sind für den Erfolg im Motorsport unverzichtbar. Das Team von Technikum Mittweida Motorsport (TMM) hat nun einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht und vereinfacht die Dateneinsicht für die Teammitglieder, die den TMM-Rennboliden für die neue Formula-Student-Saison optimieren. Dessen Name wird erst beim Rollout am 4. Juni im Wasserkraftwerk Mittweida bekannt gegeben. Mit der neusten Version ihres „Diagnosers“ setzt TMM aber schon jetzt Maßstäbe für eine einfach handhabbare Datenvisualisierung und Telemetrie auf verschieden Endgeräten.

Datenübertragung in Echtzeit und auf jedes Endgerät

Der Diagnoser ist nicht nur ein grafisches Werkzeug; er dient als zentrale Schnittstelle zur drahtlosen Anzeige von Fahrzeugdaten – egal ob auf der Rennstrecke oder während eines Tests. Während der Fahrer die wichtigsten Fahrzeugdaten auf seinem Dashboard erhält, stellt der Diagnoser dem Team umfangreiche Telemetriedaten in Echtzeit zur Verfügung. Entscheidender Vorteil für die Entwicklung aus Mittweida: Das geschieht ohne zusätzliche Software und auf praktisch jedem Endgerät, zum Beispiel Laptops oder Smartphones. Eine der wichtigsten Anwendungen ist die Überprüfung des Accumulator Management Systems (AMS) und des Akkus selbst. Zelltemperaturen, Zellspannungen und kritische AMS-Werte eines Elektrorennwagens müssen live dargestellt werden.

„Da wir einen Prototypen entwickeln, können wir nicht einfach davon ausgehen, dass diese Systeme fehlerfrei funktionieren“, betont Paul Siegel, Leiter der Abteilung Software bei TMM, die Wichtigkeit der Verfügbarkeit von Telemetriedaten. „Im Endeffekt geht es uns aber immer darum, die Performance des Autos zu optimieren, um in den Wettbewerben erfolgreich zu sein.“

Die Daten stammen aus verschiedenen Steuergeräten im Fahrzeug, die über den CAN-Bus miteinander kommunizieren. Neu hinzugekommen sind Daten zur Fahrdynamik wie Lenkbewegungen, Bremsverhalten und Fliehkräfte, die nicht nur zur Verbesserung des Fahrzeugs, sondern auch zur Ausbildung der Fahrer beitragen können. Auch das Fahrerdisplay wurde überarbeitet und bietet nun eine größere, farbige Anzeige mit erhöhter Aktualisierungsrate. Es hat wie der Diagnoser Zugriff auf das CAN-Netzwerk und kann beliebige Daten anzeigen.

Benutzerfreundlichkeit im Fokus

Die einfache Handhabung war das A und O bei der Weiterentwicklung: Das Fahrzeug eröffnet ein eigenes WLAN-Netzwerk, mit dem sich mobile Geräte verbinden können, um die Webseite mit den aktuellen Fahrzeugdaten aufzurufen. Die unterschiedlichen Abteilungen von TMM wie Elektrik/Akku, Fahrdynamik und Software können auf für sie jeweils eingerichtete Anzeigemodi zugreifen, die spezifische Grafiken und Daten sinnvoll angeordnet präsentieren.

Ausblick in die Zukunft

In der aktuellen Saison arbeitet TMM darüber hinaus an einer Datenübertragung über 4G sowie an einer Anbindung an einen MQTT-Server. Dadurch sollen die Daten künftig noch zuverlässiger übertragen, besser verteilt und flexibler genutzt werden können. Auch eine Speicherung der Daten und damit eine nachträgliche Analyse werden so möglich. Das eröffnet neue Perspektiven für die Fahrzeugdiagnose und Leistungsoptimierung.

Start der Rennsaison im Juli

Mit diesen Neuerungen und weiteren Verbessrungen am Rennboliden selbst startet TMM in die neue Formula-Student-Rennsaison mit Wettbewerben in der Schweiz im Juli sowie in Deutschland und Polen im August. Bis dahin absolviert das Team und sein noch namenloser Rennwagen viele Tests auf dem Campus, auf dem Verkehrsübungsplatz in Rochlitz und hauptsächlich auf dem Sachsenring. Die Testläufe auf der Profirennstrecke sind über ein Sponsoring des ADAC möglich.

Solche externe Unterstützung ist neben der durch die Hochschule entscheidend für den Erfolg des Teams. In diesem Jahr hat TMM die Plattform zahnzusatzversicherungen-vergleich.com als Sponsor gewonnen. „Ohne unsere hochschulinternen und externen Partner könnten wir das Auto nicht weiterentwickeln und an Rennevents teilnehmen“, sagt Annalena Seifert, stellvertretende kaufmännische Leiterin und auch verantwortlich für das Marketing von TMM. Die 21-jährige studiert Medientechnik im 4. Semester und engagiert sich wie ihre rund einhundert Kommiliton:innen aus dem Team neben dem Studium bei TMM. „Für die Unterstützung sind wir sehr dankbar und wir freuen uns auf die neue Saison.“

Rollout am 4. Juni

TMM informiert auf seiner Seite nicht nur über die aktuelle Entwicklung des Rennautos, sondern auch darüber, wie Unternehmen oder rennportfaszinierte Einzelpersonen das Team unterstützen können.

Der Livestream vom feierlichen und informativen Rollout des neuen Rennautos im Wasserkraftwerk Mittweida am 4. Juni 2026 kann auf dem Youtube-Kanal von TMM verfolgt oder auch später nachgeschaut werden.

Text: Helmut Hammer
Fotos: TMM