„Young Eco Heroes“ aus Mittelsachsen treffen an der Hochschule Mittweida ihre Pendants aus Griechenland und Polen

„Young Eco Heroes“ aus Mittelsachsen treffen an der Hochschule Mittweida ihre Pendants aus Griechenland und Polen

HSMW-Top-News, HSMW-News

Jugendliche aus drei Ländern entwickeln Lösungen für lokal nachhaltigeres Verhalten. Eine Initiative der Hochschulallianz EURECA-PRO für die junge Gerneration Europas.

Jugendliche formen auf einer Wiese liegend ein Herz
Entspannen auf dem grünen Mittweidaer Campus

Die Hochschulallianz EURECA-PRO brachte vom 16. bis 20. März 46 Schülerinnen und Schüler aus Polen, Griechenland und Deutschland auf dem Campus der Hochschule Mittweida zusammen. Dort präsentierten die 13 bis 16 Jahre alten „Young Eco Heroes“ die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten. Seit Oktober 2025 hatten sie sich an ihren Schulen mit der praktischen Umsetzung von nachhaltigem Konsumieren und Produzieren beschäftigt - dem Leitthema von EURECA-PRO. Begleitet wurden die drei Schulgruppen von ihren betreuenden Lehrkräften sowie Wissenschaftler:innen der EURECA-PRO-Hochschulen aus ihren Heimatländern.

„Das Ziel ist für alle das gleiche: Lösungsansätze finden für ein nachhaltigeres Verhalten in den Gemeinschaften, in denen sie leben“, erklärt Prof. Dr. Volker Tolkmitt, Rektor der Hochschule Mittweida. „Unsere Hochschulallianz EURECA-PRO will über gemeinsames Forschen und Lehren in ganz Europa zu mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Konsum und Produktion beitragen. Das beginnt mit Engagement auf der lokalen Ebene – und mit dem Engagement der jungen Generation Europas. Deshalb freue ich mich über dieses Treffen hier an der Hochschule Mittweida.“

Die Kraft junger Konsument:innen

Informiert bleiben, Fragen stellen und nicht jeder Marke glauben, die wir sehen – so ein Fazit der griechischen Jugendlichen, die das Thema Fast Fashion bearbeiteten. Sie erörterten das Konzept der schnelllebigen Mode entsprechend der „Six Thinking Hats“-Methode von Edward de Bono. Eine Umfrage unter ihren Mitschüler:innen half ihnen zu verstehen, wie junge Menschen über Mode denken. Immerhin 74,5 Prozent der Befragten an der 1. Junior High School in Chania spenden oder verschenken bereits alte Kleidung. Aus dem Projekt heraus zog die Young Eco Heroes-Gruppe die Motivation und Inspiration für weitere Maßnahmen an ihrer Schule. So ist bereits eine Kleidertauschveranstaltung, ein „Sustainable Fashion Day“ und eine kleine Kampagne für die kommenden Wochen und Monate geplant.

Wenn aus Abfall Neues entsteht

Die jüngsten Teilnehmer:innen sind zu Hause im polnischen Mikołów und besuchen die 7. Klasse der dortigen Primary School No. 4. Statt „Ist das Kunst oder kann das weg?“ stellten sich die 13 Schüler:innen die Frage: „Muss das schon weg oder kann daraus etwas Neues entstehen?“. Im Chemie-Labor unserer polnischen EURECA-PRO-Partnerhochschule Silesian University of TechnoIogy experimentierten sie dazu unter Anleitung von Forschenden. So erlebten sie wissenschaftliches Arbeiten hautnah. Das erlernte Wissen gaben sie in Unterrichtsstunden an ihre jüngeren Mitschüler:innen der 2. und 3. Klasse weiter – inklusive kreativem Exkurs: die Kinder konnten sich darin üben, kleine Kunstwerke aus wiederverwendbaren Materialen zu basteln.

Kochen gegen Lebensmittelverschwendung

Aus Alt mach‘ Neu trifft auf das dritte Projektthema ebenfalls zu: die Jugendlichen des Marthin-Luther-Gymnasiums in Hartha entwickelten ein „No-Waste-Cookbook“ – ein Kochbuch mit Rezepten, die übrig gebliebene Lebensmittel zu verwerten wissen. Unter dem thematischen Dach der europäischen „Farm to Fork“-Strategie setzten sie sich in den vergangenen Monaten damit auseinander, wie Lebensmittelsysteme fair, gesund und umweltfreundlich gestaltet werden können. In den kommenden Wochen besuchen auch sie ihre Mitschüler:innen der 7. Klassen in Hartha. Im Gepäck haben sie ein Fragespiel zur Reise von importierten Lebensmitteln, Fakten rund um Lebensmittelverschwendung und Informationen zur Planetary Health Diet.

Zum Abschluss des großen Zusammenkommens in Mittweida packten die Young Eco Heroes gemeinsam in und für die Stadt an und bepflanzten Blumenkübel rund um Rathaus und Markt.

Über die Young Eco Heroes-Initiative

Die Young Eco Heroes-Initiative vermittelt Wissen im Umgang mit Ressourcen und über ihre Bedeutung, sie führt die Jugendlichen an das wissenschaftliche Arbeiten heran und gibt ihnen erste Einblicke in die akademische Welt. Allen voran trägt sie zu ihrer persönlichen Weiterentwicklung bei, vor allem im internationalen Kontext: Früh entwickeln sie ein Bewusstsein für andere Kulturen, lernen, sich in einer anderen Sprache zu verständigen, und ihre Arbeiten vor Publikum zu präsentieren. Das europäische Bildungsprojekt wird durchgeführt von der Hochschulallianz EURECA-PRO. Unter ihren neun Mitgliedern in acht Ländern sind die Hochschule Mittweida, die Technical University of Crete und die Silesian University of Technology federführend bei der Young-Eco-Heroes-Initiative. Mit Projekten dieser Art will EURECA-PRO ihre Vision verwirklichen, die Gesellschaft in Wissenschaft und Bildung rund um das Kernthema nachhaltiges Konsumieren und Produzieren zu integrieren.

Text: Sarah Albrecht
Fotos: Felix Wendt