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TELEWERK: die Zukunft der Arbeit für die Zukunft der Region

TELEWERK: die Zukunft der Arbeit für die Zukunft der Region

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Spatenstich für das gemeinsame Projekt von Hochschule Mittweida und Fraunhofer IVI: ein Reallabor für neue Arbeitsformen auf kurzen Wegen in modernen Gebäuden mit minimalem CO2-Fußabdruck sowie neuster Infrastruktur für Cybersicherheit und Energiemanagement.

Das Foto zeigt fünf männliche Personen mit Schaufeln, mit denen sie Erde aufgenommen haben, die in den Bildvordergrund geworfen wird.
Fünf Schaufeln für die Zukunft der digitalen Arbeit im ländlichen Raum: Oberbürgermeister Ralf Schreiber, Prof. Dr. Matthias Klingner von Fraunhofer IVI, Prof. Dr. Volker Tolkmitt von der HSMW, Ronny Zienert vom Staatsministerium für Regionalentwicklung und Michael Schlagenhaufer von der Volksbank Mittweida beim Spatenstich für TELEWERK-Reallabor (v.l.).

Wie sieht die Zukunft der Arbeit im ländlichen Raum aus? Was kann die Region voranbringen, was das Arbeiten und Leben dort attraktiver machen? Antworten und Raum für die Erprobung von Lösungen wird das Projekt TELEWERK bieten, für das heute Vormittag, dem 4. Mai, in Mittweida der Spatenstich erfolgte. In den kommenden Monaten entsteht in unmittelbarer Nähe zur Hochschule Mittweida auf dem Gelände der Werkbank 32 mit „TELEWERK – Telewerkstätten für ländliche Regionen“ ein zukunftsweisendes Reallabor für innovationsgestützte Regionalentwicklung. Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR) unterstützt das Projekt im Rahmen seiner simul+-Initiative. Projektpartner:innen sind neben der Hochschule Mittweida als Konsortialführende das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden, die Volksbank Mittweida eG sowie die Innovationsexperten der TeleskopEffekt GmbH Mittweida und die Fachleute für nachhaltiges Bauen mit Holz von der Holzbau Lepski GmbH in Dresden.

„TELEWERK ist ein Reallabor, hier geschieht interdisziplinäre Forschung und Entwicklung von zukunftsfähigen Lösungen. Anders als in der klassischen Laborforschung arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft hier direkt zusammen“, erklärt Professor Dr. Volker Tolkmitt von der Hochschule Mittweida, der das Konsortium leitet. „TELEWERK ist ein offenes Haus für Technologien, die die Arbeit in der Zukunft prägen werden, und es ist offen für Interessierte aus allen Bereichen.“

Fraunhofer IVI und HSMW bündeln Forschungskompetenz

Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI und die Hochschule Mittweida bündeln ihre Forschungskompetenzen in einer gemeinsamen Infrastruktur. Der in Mittweida entstehende Komplex beinhaltet neben dem TELEWERK-Projekt das ebenfalls durch das SMR geförderte Forschungsvorhaben „AMSEL – autarke Mikrosiedlung für energiebewusste Lebensweise“ und wird verbunden mit der Werkbank32, dem bereits bestehenden Innovations- und Gründungszentrum der Volksbank Mittweida.

Prof. Dr. Matthias Klingner, Leiter des Fraunhofer IVI, findet die Konstellation gelungen: „Mit so engagierten Partnern eine Forschungsinfrastruktur in Mittweida aufzubauen, die modernste Technologien, ansprechende Architektur und neue Formen des Lebens und Arbeitens so eindrucksvoll verbindet, macht einfach Spaß.“

Auf insgesamt 173 Quadratmetern Nutzfläche über zwei Stockwerke sollen Arbeitsplätze für 10 bis 15 Personen entstehen.

TELEWERK: Minimaler CO2-Fußabdruck dank Form und Material

Zwar kommt es auf die inneren Werte an, aber TELEWERK wird schon äußerlich besonders sein: Material und Form folgen dem Anspruch an einen minimalen CO2-Fußabdruck. Das Gebäude entsteht aus Holz, einem nachwachsenden und im Gegensatz zu Beton CO2-bindenden Rohstoff. Die Holzbauweise eignet sich zudem besser für die Realisierung von Flächen, die die Sonneneinstrahlung optimal ausnutzen. Neben der Sonnenenergie tragen ein optimiertes Lastmanagement und dezentrale Energiespeicher dazu bei, dass TELEWERK auch energetisch zukunftsweisend ist. Ein optimiertes Lastmanagement sorgt für einen gleichmäßigeren Energieverbrauch, indem es zum Beispiel lastintensive aber zeitlich flexible Vorgänge wie den 3D-Druck zeitlich optimal verteilt. Stromspeicher erhöhen die Versorgungssicherheit für Wärme, Kühlung und die Wasseraufbereitung im Gebäude und können sogar regenerativ erzeugten Strom ins Netz einspeisen, um zur Stabilität des Netzes beizutragen.

Die für den Betrieb des Gebäudes und das Arbeiten im Gebäude notwendige Vernetzung von Systemen (Internet of Things) wird durch einen weiteren wichtigen Forschungsstrang im TELEWERK begleitet: Cybersicherheit. Sie sorgt dafür, dass die Versorgungssysteme und die Kommunikationsinfrastruktur nicht manipulierbar sind.

Gut für die Region: Mensch und Umwelt im Mittelpunkt

„Bei allen zu untersuchenden Aspekten stehen im Mittelpunkt von TELEWERK aber Mensch und Umwelt, nicht die Technik“, betont Tolkmitt. „Wir untersuchen und zeigen, wie ein Gebäude für die Büroarbeit der Zukunft im ländlichen Raum gestaltet werden muss, damit das zeitraubende energieaufwendige Pendeln in die Großstädte entfallen kann. Die zukünftige Gestaltung von Arbeitswelten unter dem Anspruch von Nachhaltigkeit, Sicherheit und besserer Vereinbarkeit von Arbeit und Leben ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung unserer Region.“

Der Transfer der Erkenntnisse in die Praxis erfolgt im laufenden Betrieb des Reallabors. Interdisziplinäres Forschungs-Knowhow von Hochschule Mittweida und Fraunhofer IVI und die Erfahrungen der Partner:innen aus der Wirtschaft fließen dabei zusammen.

Prof. Leonhard Zintl, Vorstand der Volksbank Mittweida eG, die Projektpartnerin von TELEWERK ist, bestätigt: „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass für viele Arbeit fast von überall aus möglich ist. Dezentrale Telewerkstätten, wie wir sie erproben wollen, werden den ländlichen Raum als Wohnort deutlich attraktiver machen. Auch bieten sie über ihre Errichtung und ihren Betrieb das Potential für die Bildung regionaler Wertschöpfungsketten.“

Für TELEWERK stehen 500.000 Euro bereit. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR) unterstützt das Projekt im Rahmen der Zukunftsinitiative simul+.