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Kinderuni mit Einblick in einen Knochen-Job

Kinderuni mit Einblick in einen Knochen-Job

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Chefarzt der Mittweidaer Unfallchirurgie hält Online-Gastvorlesung vor rund 250 jungen (und älteren) Kinderuni-Studierenden. Vorlesungen künftig im Hörsaal und begleitend online.

Hörsaal statt OP-Saal: Dr. med. Erik Hauffe erklärt in der Kinderuni-Vorlesung an der Hochschule Mittweida, was die Unfallchirurgie leistet
Hörsaal statt OP-Saal: Dr. med. Erik Hauffe erklärt in der Kinderuni-Vorlesung an der Hochschule Mittweida, was die Unfallchirurgie leistet

Die Kombination Scooter, Schnee und Treppenstufen – das musste ja schiefgehen. Ein Knacks, ein stechender Schmerz. Zum Glück hatte Sascha einen Helm auf. Aber das Bein tut höllisch weh… Mit diesem Szenario eröffnete Dr. Erik Hauffe am 13. März die Kinderuni-Vorlesung an der Hochschule Mittweida. Dr. Hauffe ist Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie des Krankenhauses Mittweida. Die Unfallchirurgie ist auch das erste Ziel für Sascha nach seinem Sturz. Dort sind die Spezialistinnen und Spezialisten, die dafür sorgen, dass ein gebrochenes Bein „kein Beinbruch“ ist, sondern bald verheilt, und danach beweglich ist wie vorher.

Autsch! Sascha ist gestürzt.

Unter der Überschrift „Wie arbeitet ein Chirurg im Krankenhaus“ ging es in der Kinderuni-Vorlesung darum, was im Krankenhaus passiert, wenn etwas passiert ist, und welche Möglichkeiten die moderne Unfallchirurgie hat. Rund 250 neugierige Kinder und Erwachsene waren an ihren PCs und Tablets dabei, als Dr. Hauffe durch die einzelnen Untersuchungen bis in den OP-Saal und ins Krankenzimmer führte.

Als erstes muss festgestellt werden, ob das Bein überhaupt gebrochen ist. Bei Sascha lieferten schon der bloße Augenschein und das Röntgenbild Gewissheit. In anderen Fällen können die Ärzte mit Methoden wie der Computer-Tomografie (CT) oder der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) noch genauer hinschauen.

Das sieht man sofort: Gleich beide Unterschenkelknochen sind gebrochen – Schienbein und Wadenbein.

Wie ein solcher Bruch dann behandelt wird, ist auch ganz unterschiedlich. Nicht immer muss man wochenlang mit Gips herumlaufen, manchmal muss der Knochen von innen stabilisiert werden, damit er wieder richtig zusammenwächst. Dazu setzen die Chirurgen in einer OP sog. Implantate aus Metall ein. Dr. Hauffe hatte einige solche Implantate dabei, auch Modelle von Knochen. Immer wieder zwischendurch und vor allem am Schluss beantwortete er viele Fragen. Zwar konnte kein Kind mit im Hörsaal sein, aber die Kinderuni als Videokonferenz machte es möglich, dass sich Kinder und Eltern aktiv beteiligen.

Zwischendurch ein Quiz. Die markierte Antwort ist übrigens falsch. Auf dem Foto ist ein Implantat zu sehenRobin Dörrenbächer sammelt die vielen Fragen aus dem Chat.

Sie fragten zum Beispiel, wie man Unfallchirurg wird. Dr. Hauffe wollte zwar schon als Kind Arzt werden, aber bis zum Unfallchirurgen braucht man nach dem Abitur mit Studium an der Universität, Facharzt-Ausbildung im Krankenhaus und weiteren Spezialisierungen 15 Jahre. Oder die Frage „Waren Sie vor Ihrer ersten OP sehr aufgeregt und welches Körperteil haben Sie damals operiert?“ – Daran kann sich der Chefarzt nicht mehr erinnern, aber jede Operation ist, auch heute noch, für ihn immer ein bisschen aufregend. Oder: „Ist schon einmal jemand während der OP aufgewacht?“ – Nein, denn die Narkose wird von speziell ausgebildeten Ärzten und Fachkräften ständig überwacht."

Auf Wiedersehen Kinder! Aber hoffentlich im Hörsaal und nicht im OP-Saal.

Dr. Hauffe hat seine erste Kinderuni-Vorlesung sichtlich Freude gemacht: „Vielleicht wecke ich auch bei dem einen oder der anderen das Interesse an einem Beruf in der Medizin. Auch wenn es manchmal ein Knochenjob ist, aber mal lernt jeden Tag etwas Neues und es ist es gerade durch den Einsatz modernster Technik und den täglichen Umgang mit Menschen ein faszinierendes Berufsfeld.“

Kinderuni an der Hochschule Mittweida: Ein- und Ausblick

Auch Robin Dörrenbächer vom Institut für Kompetenz, Kommunikation & Sprachen (IKKS) der Hochschule Mittweida, der die Kinderuni organisiert, will den Kontakt zum Krankenhaus aufrechterhalten: „Die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Hauffe hat sehr viel Spaß gemacht. Ich wollte mit der heutigen Kinderuni mal eine Profession aufgreifen, die wir so noch nicht großartig thematisiert hatten, auch weil man sie in Mittweida nicht studieren kann. Die Gastvorlesung war ein Erfolg: Medizin ist ein Thema, das nicht nur die Kids sondern auch Eltern und Großeltern sehr interessiert. Letztere haben sich heute auffallend verstärkt mit Fragen eingebracht. Gerade online wird die Kinderuni so zum Familienevent, das Interesse an Themen weckt und Wissen vermittelt.“

OP gelungen ... Robin Dörrenbächer und Dr. Erik Hauffe können sich beide gut vorstellen, weitere Kinderuni-Vorlesungen zum großen Thema Medizin zu organisieren.

Robin Dörrenbächer hofft zwar, dass ab Herbst die Kinder wieder im großen Hörsaal mit dabei sein können. „Dann wollen wir die Vorlesungen aber weiterhin begleitend online streamen.“  Die Folgetermine und -themen der Kinderuni für dieses Jahr stehen auch schon fest: Am 8. Mai geht es unter der Überschrift „Von Regenbogen bis Laserschwert“ um das faszinierende Phänomen Licht., am 25. September darum, wie die Hebelkraft unseren Alltag erleichtert, und am 6. November klärt die Kinderuni Mittweida die Frage, wie gut oder schlecht Gebäude für die Umwelt sind.

Alle Informationen zur Kinderuni an der Hochschule Mittweida gibt es hier.

PS: Sascha geht es übrigens sehr gut.