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Aktuelles

Input bei der Fachveranstaltung "Stadtgesellschaften rassismus- und diskriminierungskritisch neu denken!" des Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (BV NeMO)

Im Dezember 2020 wurde das Forschungsprojektteam zu der Fachveranstaltung mit dem Arbeitstitel "Stadtgesellschaften rassismus- und diskriminierungskritisch neu denken!" durch den Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (BV NeMO) eingeladen.
Das Team trug mit einem Input zum Thema „Intersektionale Migrantische - BIPoC-Perspektiven auf den Transformationsprozess in Ostdeutschland" mit dem Fokus auf Rassismus zum Treffen bei.

An der Fachveranstaltung nahmen die Integrationsbeauftragten der Bundesländer Brandenburg und Thüringen teil, sowie Dr. Carsta Langner, Wissenschaftlerin, Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Jena mit einem Beitrag „Über die historischen Rekonstruktionen von Rassismus und rechter Gewalt in der späten DDR und deren Bedeutung für die heutige Zeit“, Obiri Mokini, samo.fa Koordinator aus Potsdam, Emiliano Chaimite, BV NeMO-Berater in Sachsen und BV NeMO Vorstand, Dr. Elizabeth Beloe und Cemalettin Özer.

In der Veranstaltung wurden den Vertreterinnen der lokalen Regierungen Ansichten und Forderungen der verschiedenen Teilnehmer*innen bezüglich einer partizipativen und gleichberechtigten Stadt- und Regionalpolitik mitgeteilt. Dabei lag der Fokus vor allem auf den sozial- historischen Bedingungen und dessen Dis-/Kontinuitäten für migrantisches Leben in ostdeutschen Bundesländern damals und heute. Den Beiträgen schloss sich eine Diskussion an, in der u.a. Möglichkeiten einer rassismuskritischen Stadtpolitik besprochen und Vereinbarungen ausgelotet wurden.

Mehr erfahren Sie im Kurzbericht des BV NeMo.

Tagung "Im Osten was Neues?" schafft Begegnungsraum für Transformationserfahrungen von migrantischen Communities of Color

Unter dem Motto "Im Osten was Neues? Intersektionale- Migrantische- BIPoC Perspektiven auf 30 Jahre (Wieder-) Vereinigung" fand vom 28. Bis 30. Oktober 2020 an der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Mittweida eine bisher in Sachsen einmalige Tagung statt. Unter den schwierigen Bedingungen einer Pandemie organisierte das Team aus Phương Thúy Nguyễn und Riham Abed-Ali unter Prof. Dr. Kaya’s Leitung für alle einen sicheren und konstruktiven Raum für intersektionales und widerständiges Erzählen, Erinnern, Lernen und Gestalten.

Die Vielfältigkeit der Beitragsthemen sowie der Referent*innen begeisterte nicht nur Wissenschaftler*innen und Studierende, sondern auch Aktivist*innen und Praktiker*innen aus den migrantischen Selbstorganisationen, BIPoC Kollektiven, antirassistischen Initiativen sowie dem Feld der Sozialen Arbeit. So spiegelte sich die Diversität nicht nur im Programm wider, sondern auch bei den Teilnehmenden, die nicht nur aus verschiedensten Feldern zusammengefunden haben, sondern auch aus diversen Regionen Ostdeutschlands, aus unterschiedlichen Generationen und Communities oder Zusammenhängen. Für die Zugänglichkeit der Tagung trug nicht nur das inhaltliche Gleichgewicht aus Theorie und Empirie bei, sondern auch die nachteilsausgleichende Kostenübernahme für alle Anwesenden, sodass Ausschlüsse durch finanzielle Hindernisse vorgebeugt wurden. An dieser Stelle einen großen Dank an Karen Fischer der Fakultät Soziale Arbeit für die tatkräftige Unterstützung bei den verwalterischen Vorgängen.
Gelobt wurde das Organisationsteam auch für die transparente Kommunikation vor und während der Tagung, sowie für die zuvorkommende Organisation des Tagungsrahmens.
 
Den Umständen entsprechend wurden mit Solidarität und großer Bemühungen der Kollegen Thomas Dietze und Leon Petzoldt aus der Fakultät Medienwissenschaften auch Panels parallel online übertragen, und ermöglichte Menschen, die aufgrund der Pandemielage oder anderer Beschränkungen nicht kommen konnten, auch teilzunehmen, und mit den Referent*innen in den Frage- und- Antwort- Runden in Diskussion zu treten. Diese Möglichkeit einer virtuellen Teilnahme wurde rege und mit großem Interesse wahrgenommen. Zudem konnten Referent*innen in einigen Panels online dazu geschalten werden. Mit der Tagung wurde schließlich bewiesen, wie relevant hybride Online- Offline Formate von Konferenzen in diesen Zeiten sind, und dass sie durchaus erfolgreich sein können.

Die Thematik und Perspektiven der Tagung sind nicht nur höchstrelevant im Rahmen des 30- jährigen Jubiläums der deutschen Einheit, sondern sie sind eine langfristige Notwendigkeit für ein kritisches Geschichts- und Gegenwartsbewusstsein, sowie prägend für intersektionale Narrative und Diskurse zur deutschen Transformationsgesellschaft. Besonders Stimmen, Erfahrungen und Geschichten von BIPoC und migrantischen Menschen in und aus Ostdeutschland waren nicht nur Schwerpunkt, sondern auch Grundlage des Austausches während der Tagung. Dies spiegelte sich auch immer wieder in den Beiträgen sowie den offenen Diskussionen und Publikumskommentaren wider. Themen wie der intergenerationale Austausch, Hör- und Sichtbarmachung der durch Migration geprägten Erfahrungen in der Transformationszeit, Community- basiertes Wissen sowie Community- übergreifende Allianzen fanden immer wieder Anklang und Redebedarf.

Die Bedeutung der Tagung zeichnet sich abschließend in einigen Beispielen an Rückmeldungen von Referent*innen und Tagungsteilnehmenden ab: 

„Der Schwerpunkt auf BPoC Erfahrungen aus/ im Osten ist wirklich sehr gelungen!“

„Ich habe sehr viel mitgenommen. Ich werde meine Rolle aus meiner sozialen Position heraus nochmal ganz neu überdenken, wichtig und schwierig zugleich. Ich habe viel gelernt, und gehe mit noch mehr Fragen aus dieser Tagung.“

Ihr habt großes gestemmt und Räume für ungewöhnliche Begegnungen und grenzüberschreitende wie verbindende Blicke geschaffen. Ich konnte mit interessanten Menschen in Austausch kommen und neue Kontakte knüpfen, so dass die Tagung sehr bereichernd für mich war… Es ist jetzt schon abzusehen, dass ihr mit eurer Arbeit etwas angestoßen und in Bewegung gebracht habt, das im Ost-West-Erinnerungsdiskurs in Deutschland als Migrationsgesellschaft mit der Perspektive von BIPoC den Horizont erweitern, nachhaltig wirken und Spuren hinterlassen wird.“

Ihr habt mit viel Herzblut, Hingabe und Sorge für uns alle einen wichtigen Begegnungs- und Erinnerungsraum für Transformationserfahrungen zur (Post)Wendezeit geschaffen. Die Tagung hat wichtige Impulse für einen gesellschaftlichen Diskurs gegeben, der durch eure Arbeit und euer Wissen an Tiefe gewinnt und eine Perspektivverschiebung hin zu BPOC-Erfahrungen ermöglicht. Ich freue mich, dass ich Teil von diesem kollektiven Raum sein konnte und weiterhin bin.“

Die Tagung wäre ohne die Förderung von der Bundeszentrale für Politische Bildung, Friedrich- Ebert- Stiftung Sachsen, Projekt „Vielfalt im Dialog“ des Zentrums für Integrationsstudien an der TU Dresden, sowie der Unterstützung von Kolleg*innen der Fakultät Soziale Arbeit und den Medienwissenschaften, dem Referat Forschung, der Hochschulkommunikation und dem Hochschulmanagement nicht in dieser Form umsetzbar gewesen. Bei der Durchführung der Tagung haben die Studierenden der Fakultät Soziale Arbeit Ahmad Almasad, Patricia Uhlmann, Pauline Köhler sich drei Tage lang unermüdlich engagiert. Auch die inhaltlichen Beiträge und Partizipation der Referent*innen und aller Teilnehmenden hat zum großen Erfolg dieser Tagung beigetragen.

Dafür einen herzlichen Dank!

Eine Tagungsdokumentation wird voraussichtlich im Frühjahr 2021 herausgegeben.

Fotos: © Mahmoud Dabdoub