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Trans-Rechte beschneiden keine Frauenrechte

Aus: Gleichstellung im Blick (Ausgabe September 2022 / Nr. 9)

Am 30. Juni 2022 wurde vom Bundesministerium für Familie und Justiz ein Selbstbestimmungskonzept vorgestellt, wonach jede Person in Deutschland den Vornamen und das Geschlecht selbst festlegen und dies beim Standesamt entsprechend vortragen lassen kann.

Derzeitig gilt für nicht-binäre Personen und Transpersonen das Transsexuellengesetz aus dem Jahre 1981. Das Bundesverfassungsgesetz hat dies jedoch in weiten Teilen für verfassungswidrig erklärt.

Es bedarf aktuell jedoch noch eines Gerichtsverfahrens mit zwei Sachverständigengutachten, um den Geschlechtseintrag und den Vornamen ändern zu können. Dieser Prozess wird von Transpersonen sehr oft als erniedrigend, beschämend und kostenintensiv empfunden.

Einige feministische Gruppierungen haben jedoch dahingehend Bedenken geäußert, dass Männer, die als Transfrauen auftreten, in gleichgeschlechtlichen Räumen (z.B. Umkleidräume, Toiletten) eine körperliche Bedrohung bedeuten könnten. Scholz-Naujaks führt in dem Beitrag an, dass gerade der Blick nach Argentinien - einem Land, das bereits seit 2012 eine Gender Self-ID eingeführt hat und es gleichlautende Bedenken gab - kein Anstieg der Gewalt von Transfrauen gegen Frauen verzeichnet wurde (In einer Regierungsstudie wird ein Fall genannt.)

Weltweit betrachtet weisen Transpersonen ein sechsmal höheres Suizidrisiko auf und zählen zu den vulnerablen Gruppen. Die Perspektive der Betroffenen ist daher bei den unterschiedlichen Aushandlungsprozessen stärker zu berücksichtigen, gerade bei der Stärkung ihrer Rechte.

(Quelle: Scholz-Naujoks, Nadine: Trans-Rechte beschneiden keine Frauenrechte. In: Gleichstellung im Blick. Chancengleichheit erfolgreich einfordern und durchsetzen. September 2022. Nr. 9. S. 9.)

Empfehlung: WDR / Quarks & Co.: Intersexualität - Warum es mehr als 2 Geschlechter gibt. (44 Minuten)

22. Juni 2022: Studie »Lebenslagen von Isbtiq* Personen in Sachsen« veröffentlicht

Am 22. Juni 2022 veröffentlichte das SMJusDEG die Studie »Lebenslagen von Isbtiq* Personen in Sachsen«.

Die Studie erforscht erstmals spezifisch für Sachsen die Lebenslagen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*geschlechtlichen, intergeschlechtlichen, nicht-binären und queeren (lsbtiq*) Menschen und erhebt methodisch breit sowie inhaltlich tiefgehend Daten zu deren Erfahrungen in unterschiedlichen Lebensbereichen. Sie zeigt die Vielfalt von lsbtiq* Personen, enthält Ausführungen zu Lebenszufriedenheit, positiven und negativen Erfahrungen sowie Chancennachteilen und zeigt Handlungsbedarfe und -möglichkeiten auf.

Die Studie ist Basis für die Weiterentwicklung des Landesaktionsplans zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen. Umgesetzt wurde sie durch die Forschungs- und Wissenschaftsmanagement-Beratung »Rauh Research Management«

 Website vom SMJusDEG

Download der Studie