Elterngeld

Elterngeld

Das Anfang 2007 eingeführte Elterngeld soll das geringere Einkommen nach der Geburt eines Kindes ausgleichen und damit zur Verbesserung der Bedingungen für junge Familien beitragen.

Für berufstätige Eltern mit einem durchschnittlich verfügbaren Einkommen von 1.000 bis 1.200 € vor der Geburt des Kindes, ersetzt das Elterngeld 67% des vorherigen Nettoeinkommens.

Für Nettoeinkommen ab 1.200 Euro und mehr vor der Geburt des Kindes sinkt künftig die Ersatzrate des Elterngeldes moderat von 67 auf 65 Prozent (bei Voreinkommen von 1.240 Euro und mehr zu 65 Prozent, bei Voreinkommen von 1.220 Euro zu 66 Prozent).

Maximal beträgt das Elterngeld 1.800 €, mindestens jedoch 300 €.

Geringverdiener unter 1000 Euro bekommen einen Ersatz von bis zu 100 %.

Nicht erwerbstätige Eltern und Studenten erhalten (zusätzlich zum BaföG) ein Elterngeld von 300 Euro.

Werden zusätzlich Geschwisterkinder im Haushalt betreut, erhält man zusätzlich zum Elterngeld einen Bonus von 10%, mindestens jedoch um 75 Euro.

 

Anrechnung der Mutterschaftsleistungen auf das Elterngeld

Mutterschaftsleistungen nach der Geburt des Kindes (Mutterschaftsgeld der
gesetz-lichen Krankenversicherung, der Arbeitgeberzuschuss zum
Mutterschaftsgeld oder Dienstbezüge für Beamtinnen während der
Mutterschutzfrist) werden voll auf das Elterngeld angerechnet. 

Mutterschaftsleistungen nach der Geburt des Kindes dienen dem Ersatz des
wegfallenden Erwerbseinkommens, ebenso wie das Elterngeld, so dass
Mutter-schaftsgeld und Elterngeld nicht zu gleich gezahlt werden können und
miteinander verrechnet werden.

Für Arbeitnehmerinnen, die nicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung
sind, erhalten für die Mutterschutzfrist vor und nach der Geburt ein auf
insgesamt maximal 210 Euro begrenztes Mutterschaftsgeld. Dieses gleicht das
wegfallende Erwerbsein-kommen nicht aus und wird deshalb nicht auf das
Elterngeld angerechnet.

Elterngeld und Entgeltersatzleistungen


Entgeltersatzleistungen (Arbeitslosengeld, Gründungszuschuss,
Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Renten), die vor der Geburt des Kindes als
Einkommen gezahlt worden, werden auf den Elterngeldanspruch angerechnet. Das gilt auch für Mutterschaftsleistungen nach der Geburt weiterer Kinder. Ist
der Betrag der Entgeltersatzleistung geringer als das Elterngeld, wird
Elterngeld in der Höhe des Unterschiedsbetrages gezahlt.

In jedem Fall erhalten die Anspruchsberechtigten jedoch neben den
Entgeltersatzleistungen ein Elterngeld in Höhe von 300 Euro. 

Elterngeld und andere Sozialleistungen

Anspruchsberechtigte erhalten neben einkommensabhängigen Sozialleistungen
zusätzlich 300 Euro Elterngeld. So werden 300 Euro Elterngeld auch nicht auf das BAfög angerechnet.

Elterngeld und Unterhalt

Bei der unterhaltsrechtlichen Einkommensermittlung sowohl der
Unterhaltsberechtigten als auch der Unterhaltspflichtigen wird das
Elterngeld auf beiden Seiten nur berücksichtigt, soweit es den Betrag von
300 Euro nicht übersteigt.

Antrag auf Elterngeld

Der Antrag auf Elterngeld ist sofort nach der Geburt bei der zuständigen Elterngeldstelle schriftlich einzureichen:

Link zu Elterngeldstellen in Sachsen

 

Weitere Informationen in ausführlicher Form bietet Ihnen das 

Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz - BEEG, das

Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und der Familien-Wegweiser des BMFSFJ 

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ElterngeldPlus

Für Geburten ab dem 1. Juli 2015 gilt das ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit. Damit ist es für Mütter und Väter nun einfacher, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Somit wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestärkt und die Eltern erhalten länger Unterstützung, wenn sie frühzeitig wieder in den Job einsteigen möchten.

Durch den Partnerschaftsbonus können beide Eltern jeweils vier Monate zusätzlich ElterngeldPlus erhalten, wenn sie sich in die Betreuung des Kindes teilen und parallel mindestens 25-30 Stunden pro Woche über einen Zeitraum von mindestens vier Montaten arbeiten.

Weitere Informationen zum ElterngeldPlus sowie zur konkreten Berechnung finden Sie hier.

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Landeserziehungsgeld

Im Freistaat Sachsen kann im Anschluss an das Bundeserziehungsgeld das Landeserziehungsgeld beantragt werden.

Das Landeserziehungsgeld soll besonders jene Eltern unterstützen, die sich für eine längerfristige Betreuung ihrer Kinder entschieden haben und die drei Jahre der gesetzlichen Elternzeit in Anspruch nehmen möchten.

Der Anspruch auf Landeserziehungsgeld besteht jedoch nicht, wenn das Kind in einer Kindereinrichtung, die mit staatlichen Mitteln gefördert wird, betreut wird.

Frist/Dauer

Landeserziehungsgeld wird rückwirkend nur für einen Monat vor der Antragstellung gezahlt.

Der Antrag kann frühestens drei Monate vor Beginn des gewünschten Leistungszeitraumes gestellt werden.

Landeserziehungsgeld kann beginnend im 2. oder beginnend im 3. Lebensjahr des Kindes bezogen werden. Bei Bezug beginnend im 3. Lebensjahr kann Landeserziehungsgeld in folgendem Umfang gewährt werden:

  • 1. Kind: neun Monate je EUR 150
  • 2. Kind: neun Monate je EUR 200
  • ab 3. Kind: zwölf Monate je EUR 300.

Voraussetzung für diesen Leistungsumfang ist, dass für dieses Kind seit dem vollendeten 14. Lebensmonat kein Platz in einer staatlich geförderten Kindertagesstätte in Anspruch genommen wurde. Andernfalls gilt der gleiche Leistungsumfang wie bei Leistungsbezug im 2. Lebensjahr.

Ein Leistungsbezug bereits im 2. Lebensjahr (z. B. direkt im Anschluss an das Bundeselterngeld) wird wie folgt ermöglicht:

  • 1. Kind: fünf Monate je EUR 150
  • 2. Kind: sechs Monate je EUR 200
  • ab 3. Kind: sieben Monate je EUR 300.

Landeserziehungsgeld ist eine einkommensabhängige familienfördernde Leistung. Die Einkommensgrenzen für Alleinerziehende und Paare liegen bei 14.100 und 17.100 Euro.

Zur näheren Information: Flyer und Broschüre zum Landeserziehungsgeld Sachsen

Erforderliche Unterlagen

  • Antrag auf Landeserziehungsgeld
  • Bescheinigungen - Anlage zum Antrag auf Erziehungsgeld für das Kind
  • Verdienstbescheinigung der Antragstellerin - Anlage zum Antrag auf Erziehungsgeld
  • Verdienstbescheinigung des (Ehe/Lebens) Partners - Anlage zum Antrag auf Erziehungsgeld
  • Geburts-/Abstammungsurkunde im Original

Das Landeserziehungsgeld wird einkommensabhängig auf Antrag gewährt. Den Antrag auf Landeserziehungsgeld können Sie telefonisch, per E-Mail oder schriftlich bei den Elterngeldstellen der Landkreise und Kreisfreien Städte anfordern und ihn ausgefüllt entweder persönlich oder schriftlich beim zuständigen Amt wieder abgeben.

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