Dialog Kontrovers: "Wer regiert die Demokratie?"

Mi, 21.06.2017, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr

Gefühlte Ängste, reale Bedrohungen – und nun?
Fast 70, hier im Osten 30 Jahre stabile politische Verhältnisse in Deutschland. Die Parteien- und Parlamentsdemokratie der Bundesrepublik blickt auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Doch die Unzufriedenheit wächst. Die mediale Vermittlung von Politik wird schwieriger. Fehlinformationen, Ängste, das Gefühl ungesunder Beschleunigung machen sich breit.

Vieles scheint bedrohlich: Die Weltführungsmacht USA wird von einem polternden Immobilienhai regiert. Islamistischer Terrorismus strebt nach Europa. Drinnen sind fremdenfeindliche Bewegungen am Werk. Sie brüllen „Lügenpresse“ und „Volksverräter“. In Ost- und Mitteleuropa streben rechtsautoritäre Politiker einen Staatsumbau an wie in Russland und der Türkei. Der „Brexit“ ist schon durch. In Gestalt von Front National, FPÖ und AfD klopfen nationalistische Parteien an die Tore der Macht…

Regieren Parteien und Parlamente am Volk vorbei? Ist der demokratischen Politik die Basis weggerutscht? Fehlt es an klaren Botschaften zur Lösung der Zukunftsfragen Sicherheit, Arbeit, gerechte Verteilung, Bildung? Oder fehlen echte Persönlichkeiten und glaubwürdige Personen? Liegt der Fehler im System, braucht die Demokratie neue Werkzeuge, die besser greifen?

Christoph Meyer, Historiker und Professor für Soziale Arbeit an der Hochschule Mittweida, gibt eine Übersicht über Ängste, Bedrohungen und Herausforderungen an die Demokratie.

Franz Müntefering, ehemaliger SPD-Vorsitzender und Vizekanzler, ist ein erfahrener Politiker. Ihm geht es um langfristige Perspektiven für Menschenrechte und den Vorrang der Politik vor der Regierung des Geldes. Für ihn gilt: „Wer zuversichtlich ist, blickt mit Selbstgewissheit und Selbstvertrauen in die Zukunft.“ Was rät er nun?

Es diskutieren:

Franz Müntefering
SPD-Politiker und Bundesminister a.D.

Prof. Dr. Christoph Meyer
Professor für Bildung und Kultur in der Sozialen Arbeit, Hochschule Mittweida

Dialog Kontrovers
In der neuen Veranstaltungsreihe sollen drängende Fragen der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung (kontrovers) diskutiert werden. In einer Zeit, in der die politischen wie mentalen Positionen immer weiter auseinander rücken, ist Verständigung, Austausch, produktiver Streit bzw. Diskurs notwendiger denn je. Es geht im Kern um die Frage, wie offen und/oder wie geschlossen unsere Gesellschaft sein soll und darf, wenn sie lebenswert und entwicklungsfähig sein und bleiben soll. Die Veranstaltung wird von der "Initiative Offene Gesellschaft" gefördert, die die Frage vorantreibt: Welches Land wollen wir sein?

Weitere Informationen: https://www.institute.hs-mittweida.de/webs/ikks/dialog-kontrovers.html


Kategorie:
Top-Veranstaltung, IKKS, Studierende, Absolventen, Mitarbeiter
Ort:
Hochschule Mittweida | Grunert-de-Jácome-Bau (Haus 6) | Studio B
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