Schon vorher sehen, wie es hinterher wird

Donnerstag 21. September 2017, 12:05

KinderUni zeigte, wie man mit Virtual Reality digital plant und konstruiert

Das Geheimnis wird erst am Ende der Vorlesung gelüftet.
Dr. Annett Raupach und Katharina Müller-Eppendorfer (v.l.)
zeigen erst einmal, wie man mit virtuellen Modellen die
Wirklichkeit digital voraussieht.

Eine Steckdose zusammenbauen, ohne richtige Anleitung, dabei auf einem Stuhl sitzen, der viel zu hoch ist, mit einem ungeeigneten Werkzeug und aus Teilen, die nicht richtig vorsortiert sind – wer das täglich acht Stunden macht, macht Fehler und wird krank. Einen kleinen Eindruck davon, was ein schlechter Arbeitsplatz ist, bekamen die jungen Studenten der KinderUni zu Beginn der Vorlesung am vergangenen Samstag in der Hochschule Mittweida.

Aber auch, wie man solche Arbeitsplätze optimieren kann, damit Menschen zufrieden und gesund bleiben, zeigten die beiden Dozentinnen Dr. Annett Raupach und Katharina Müller-Eppendorfer den Kindern - und zwar schon vorab am Computer.

Die beiden denken in ihrer Forschungsarbeit an der Fakultät Ingenieurwissenschaften der Hochschule die Wirklichkeit am Computer voraus, planen und konstruieren digital. Dafür nutzen Sie eine Technik, die Kinder und Erwachsene von Computerspielen kennen: Virtual Reality.

Beim Spielen taucht man in spannende Abenteuer in virtuellen Welten ein, beim virtuellen Planen und Konstruieren probiert man schon vorher aus, ob etwas später so funktioniert, wie es funktionieren soll. Das spart Zeit und Geld. So kann man mit Virtual Reality den Arbeitsplatz eines Menschen planen und schon vorher kontrollieren, ob der Mensch dort gut und gesund arbeiten kann, ohne sich zum Beispiel ständig verrenken zu müssen. Und für viele andere Fälle kann man an virtuellen Modellen vorab die Auswirkungen in der Wirklichkeit erkennen und so Fehler vermeiden.

Gegen Ende der Vorlesung zeigten die Dozenten schließlich den optimierten Arbeitsplatz für die Steckdosen-Montage in echt, und die Kinder konnten ausprobieren, um wie viel besser es sich dort arbeiten lässt: mit einer Arbeitsplatzhöhe, die sich an der Größe des Menschen ausrichten lässt, mit einer guten Beleuchtung, einer Anleitung auf einem Bildschirm, mit Teilen, die in optimal platzierten Greifbehältern sortiert sind, oder einem elektrischen Schraubendreher, der an einem Seilzug aufgehägt ist, so dass man ihn nicht heben muss.

Die nächste KinderUni ist am Samstag, dem 25. November 2017. Und dann geht’s ums Geld: „Mit kleinem Geld zum großen Ziel“ lautet das Thema.

Alle Informationen zur KinderUni finden sich hier.

Von: Helmut Hammer