Mittweida will Blockchain-Schaufensterregion werden

Montag 30. Juli 2018, 12:00

Erfolg für Mittweida in der ersten Phase des BMBF-Wettbewerbs. Weitere Akteure sind eingeladen. Projekte rund um das Thema Blockchain.

Wichtiges Thema für die Region Mittweida:
Hier gibt es Potenziale für die neue Technologie Blockchain.

Die Hochschulstadt Mittweida will „Blockchain-Schaufensterregion“ werden und damit die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie demonstrieren, die zukünftig für die regionale Wirtschaft, die kommunale Verwaltung und die Bürger der Region von großer Bedeutung sein werden. Das Potential der Blockchain geht weit über Bitcoin, Dash und andere Kryptowährungen hinaus: Blockchain bildet die Grundlage für die Weiterentwicklung des Internets der digitalen Kopien zum Internet der digitalen Originale.

Innerhalb Deutschlands bietet die Region Mittweida hervorragende Voraussetzungen dafür, eine Vorreiterrolle für diese Innovation einzunehmen: An der Hochschule Mittweida gibt es mit dem Blockchain Competence Center (BCCM) seit Juni 2017 ein interdisziplinäres Forschungsinstitut, das sich explizit mit dem Thema befasst. Ab dem kommenden Wintersemester startet der Masterstudiengang „Blockchain & Distributed Ledger Technologies (DLT)“. Dies ist der erste seiner Art auf dem europäischen Festland. Dann gibt es mit der Volksbank Mittweida eG einen starken Partner für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region. Und schließlich gibt es in Mittweida eine Stadtverwaltung, die die Potenziale der Blockchain-Technologie und die Potenziale der Region aktiv zusammenbringen möchte.

Das WIR!-Programm – eine Initiative des BMBF

Die drei Akteure Stadtverwaltung Mittweida, Volksbank Mittweida eG und Hochschule Mittweida haben sich mit dem Projekt „Blockchain-Schaufensterregion Mittweida“ im Rahmen des Programms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beworben. Einen ersten Erfolg haben sie bereits erzielt: Das Projekt aus Mittweida ist eine der 32 Initiativen, die das BMBF aus über einhundert Projektskizzen für die zweite Wettbewerbsstufe ausgewählt hat. In dieser aktuellen Phase bis Ende Oktober geht es darum, eine umfassende Strategie für die gemeinschaftliche Hebung des Innovationspotentials in der Region zu entwickeln. Aus den 32 Konzepten werden dann wiederum Anfang kommenden Jahres die 12 bis 15 besten für die Umsetzungsphase ausgewählt und dann ab Anfang 2019 mit weiteren Fördermitteln vom BMBF ausgestattet. Auch für diese entscheidende Wettbewerbsphase sehen die Partner sehr gute Chancen und betonen übereinstimmend die guten Voraussetzungen für den Erfolg des Projekts: die gute Kooperation der Partner, die kurzen Entscheidungswege und die bereits in der Region vorhandenen Kompetenzen.

Bei Erfolg in der nächsten Wettbewerbsphase sollen die Mittel eingesetzt werden, um anhand ausgewählter Pilotprojekte zu demonstrieren, bei welchen realen Anwendungen und Geschäftsprozessen Blockchain sinnvoll eingesetzt werden kann. Das langfristige Ziel ist, ähnlich wie im „Crypto Valley“ in Zug in der Schweiz, zahlreiche Arbeitsplätze, unter anderem durch die Ansiedlung oder universitäre Ausgründung von Startups zu schaffen. Der Fokus liegt dabei nicht auf Kryptowährungen, sondern auf blockchain-basierten Lösungen in industriellen und öffentlichen Anwendungsprozessen. Der Schlüssel hierzu ist das Zusammenbringen von innovationsoffenen Praxispartnern und akademischer Exzellenz. Besonders wichtig ist den drei Antragstellern die gemeinschaftliche Umsetzung mit der regionalen Wirtschaft, die Vernetzung regionaler und überregionaler Akteure sowie die Beteiligung der Bevölkerung.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in der vorvergangenen  Woche wiederholten die Bündnispartner die Einladung an Unternehmen aus der Region mit Interesse an der Blockchain-Technologie, Teil der Initiative zu werden. Bis dato haben sich bereits über 30 Unternehmen, Kommunen und Institutionen  - zum größten Teil direkt aus der Region Mittweida - angeschlossen, darunter auch das in Mittweida ansässige Unternehmen Slock.it der international renommierten Blockchain-Pioniere Christoph und Simon Jentzsch.

Veranstaltungen und Projekte zum Thema Blockchain  in Mittweida

Um alle Stakeholder und Interessenten zusammenzubringen und intensiv miteinander zu vernetzen, veranstalteten die drei Bündnispartner am 25 Juni das 1. Mittweidaer Blockchain-Innovationsforum.

Den Impulsreferaten am Vormittag zu den Grundlagen der Blockchain-Technologie, zu rechtlichen Aspekten der verschiedenen Token-Modelle und Kryptowährungen sowie der Vorstellung der „Design Thinking Methode“ folgten am Nachmittag  vier parallele Workshops: Dort wurden die Teilnehmer darin unterstützt, für ihre jeweilige Branche mögliche Blockchain-Anwendungen zu identifizieren - spezifisch für die Anwendung in der kommunalen Verwaltung, in regionalen Infrastrukturen, in der regionalen Wirtschaft und in Blockchain-Geschäftsmodellen.
Um die Kooperation zu vertiefen und weitere Akteure einzubinden, soll das 2. Innovationsforum schon im November dieses Jahres stattfinden. (Der Temin wird noch bekanntgegeben.)

Bereits am 22. Juni hatte sich die Sächsische Staatsregierung Rat an der Hochschule Mittweida geholt:  Der Beirat „Digitale Wertschöpfung“ traf sich dort in Sachen Blockchain.  

Am Montag vergangener Woche startete im Zentrum für Medien und Soziale Medien die Dash Roadshow. Dash ist neben Bitcoin und Ethereum eine der populärsten Kryptowährungen. (Link zum Video am Ende des Berichts.)

Vom 10. bis 14.09.2018 haben Anfänger und Fortgeschrittene im Rahmen der bereits dritten Blockchain School in Mittweida die Möglichkeit, einen Einblick in die Technologie zu bekommen und das erlernte Wissen direkt anzuwenden.

Blockchain Competence Center Mittweida – der Hochschulpartner der Blockchain-Schaufensterregion Mittweida

Das BCCM wurde im Sommer 2017 gegründet und ist ein interdisziplinäres Institut der Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften an der Hochschule Mittweida. Die Wissenschaftler des BCCM kommen aus verschiedenen Fachrichtungen der Hochschule Mittweida, um das Thema Blockchain und Distributed Ledger Technologien nicht nur technisch, sondern auch rechtlich und wirtschaftlich zu untersuchen und weiterzuentwickeln. Das BCCM bündelt diese Kompetenzen und ist Ansprech- und Entwicklungspartner für Institutionen und Unternehmen der Finanz- und Realwirtschaft sowie der Politik und der kommunalen und staatlichen Verwaltung.

Weitere Informationen zur Blockchain-Schaufensterregion.

Weitere Informationen zu  den genannten Terminen.

Weitere Informationen zum Masterstudiengang „Blockchain & Distributed Ledger Technologies (DLT)".

Zum Video über die Dash-Roadshow auf dem Youtube-Kanal der Hochschule Mittweida.

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