„Finale Folge im Kasten – Reihe erfolgreich abgedreht“

Sonntag 05. August 2018, 16:11

Rückblick: „Das Böse ...“ ist erst einmal vorbei. Die Ringvorlesung im Sommersemester war ein großer Erfolg. 2019 kommt der „Dialog kontrovers“ wieder.

Die letzte Veranstaltung der Ringvorlesung an
der Hochschule Mittweida machte das Böse "sichtbar".

Nach 13 Veranstaltungen ist vor einigen Wochen die diesjährige Ringvorlesung an der Hochschule Mittweida zu Ende gegangen. Unter dem Titel „Das Böse … ist überall?“ hatte das Team um Prof. Dr. Stefan Busse vom Institut für Kommunikation, Kompetenz und Sport der Hochschule (IKKS) Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Disziplinen und Institutionen gewonnen. Sie gingen dem Bösen über seine vielen Erscheinungsformen hinweg auf den Grund und kamen mit den Zuhörern ins Gespräch. 

Die Zuhörer kamen zahlreich. Am Ende waren es rund 1700 Besucher, die die 13 Vorlesungen im Hörsaal des Zentrums für Medien und Soziale Arbeit verfolgten. Das „Böse“ hatte ein breites Publikum angezogen: Jüngere und Ältere, Studenten, Hochschulmitarbeiter, Professoren und Bürger. Nicht wenige waren fast jedes Mal dabei. Bei den ersten Veranstaltungen war der Hörsaal jeweils voll besetzt, es mussten sogar Leute weggeschickt werden. Später wichen einige Interessenten am Bösen auf den LiveStream aus oder schauten die Vorlesung auf YouTube nach - was nach Abschluss der Reihe weiterhin möglich ist. So gewann die Reihe auch viele neue Zuschauer.

Konrad Lux, Informatikstudent im 2. Semester, urteilt: „Auch wenn am Anfang vermutlich die scheinbar leicht verdiente Note bei vielen Studierenden der Anlass zur Teilnahme war, wurde doch im Laufe der Vorlesungen klar, dass es sich nicht nur dafür gelohnt hat. Manche Vortragende schienen zwar teilweise Mühe zu haben, ihr Thema mit dem Bösen in Verbindung zu bringen – aber das macht die Vorträge nicht weniger interessant. Der Einblick, womit und mit wem sich die Referierenden täglich beschäftigen, war in jedem Fall spannend. Die anschließende Publikumsdiskussion half dabei, letzte Fragen zu beseitigen oder auch noch einen neuen Blickwinkel auf das Thema zu bekommen. Und so war der Weg nach Hause stets geprägt von Gedanken und Diskussionen über Aspekte, über die man vorher noch nie nachgedacht hatte.“

Auch aus der Region zog es treue Zuhörer in die Vorlesungen. So richtet Evelin Däumler aus Rochlitz „ein großes Dankeschön an die Organisatoren der Ringvorlesung an der Hochschule Mittweida. Es gelingt Ihnen wöchentlich, nicht nur Studenten, sondern auch einer großen Zahl regelmäßig teilnehmender Bürger ein breites Wissen zu vermitteln. Der Mittwoch ist für uns immer ein wichtiger Termin, den man möglichst nicht verpasst. Die Professoren verstehen es sehr gut, uns Ältere in die Thematik einzubeziehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn es eine Fortsetzung gibt.“

„Dialog kontrovers“ im Sommersemester 2019 unter der Überschrift „Digitalisiert Euch …“

Die Fortsetzung wird es geben, allerdings erst in zwei Jahren. Die Ringvorlesung wechselt sich ab mit dem „Dialog kontrovers“, der im vergangenen Jahr erfolgreich gestartet war. Zwei kompetente Gesprächspartner treten in den Dialog miteinander – und mit dem Publikum. Im Sommersemester 2019 heißt dort die Überschrift „Digitalisiert Euch! … oder ihr werdet digitalisiert.“ Es ist geplant, einen der Dialoge auf der Landesgartenschau in Frankenberg zu veranstalten.

Filmreifer Abschluss – Rückblick auf die letzte Vorlesung

„Von Monstern, Mördern und Magnaten: Das Böse im zeitgenössischen Film und Fernsehen“ – unter dieser Überschrift nahm PD Dr. Gunter Süß am 20. Juni in der letzten Veranstaltung der Ringvorlesung die rund 80 Zuhörer mit auf einen Streifzug durch die Filmgeschichte: vom frühen Hollywoodkino über den Film der Weimarer Republik und der NS-Zeit zum Film Noir und dem Horrorgenre in den 1970er und 1980er Jahren. Bezugnehmend auf die vorherigen Abende der Ringvorlesung führte der Medien- und Kulturwissenschaftler aus, dass es das Böse objektiv definiert auch im Film und TV nicht gibt. Vielmehr handele es sich bei dem, was in einer bestimmten Zeit und einer bestimmten Kultur als böse gilt, um eine kulturelle Konstruktion, deren Funktion es sei, akzeptables von inakzeptablen Verhalten zu trennen.

Süß unterschied dabei einerseits Filme, die anderen Gruppen in der Gesellschaft zuschreiben, böse zu sein, und sich somit „bösen Denkens“ schuldig machen, von andererseits solchen, die als „kultureller und gesellschaftlicher Seismograph“ wirken, um latente Stimmungen, Gefühle und Gedanken in Bezug auf das Böse auszudrücken.

Zeitgenössische Filme und TV-Serien betreffend sah Süß eine Vielzahl von Formen, die als böse gelten können. Allerdings rückten in letzter Zeit vor allem systemische Faktoren in das Zentrum des Interesses, wie beispielsweise der Finanzkapitalismus und eine Ambivalenz in Bezug auf Autoritäten.

Die Ringvorlesung nachschauen und nachdenken

Fast alle Vorlesungen wurden aufgezeichnet und auf dem YouTube-Kanal der Hochschule bereitgestellt. Ein Rückblick auf die Ringvorlesung dieses Sommersemesters mit Informationen, Berichten und YouTube-Links zu den einzelnen Veranstaltungen ist hier zu finden:
www.hs-mittweida.de/ringvorlesung

Hier geht es direkt zur Vorlesung von Dr. Gunter Süß.

presse@hs-mittweida.de