120 Jahre DFB: Hochschule Mittweida feiert mit Präsident Fritz Keller

29.01.2020, 10:30

Beim DFB-Jubiläum rückt ein Absolvent der Hochschule Mittweida ins Licht. Sein Name ist künftig in Leipzig präsent.

DFB-Präsident Fritz Keller beteiligte sich an der von Stephanie Müller-Spirra moderierten Podiumsdiskussion zum 120-jährigen Jubiläum seines Verbands in Leipzig.

DFB-Präsident Fritz Keller beteiligte sich an der von Stephanie Müller-Spirra moderierten Podiumsdiskussion zum 120-jährigen Jubiläum seines Verbands in Leipzig. © Luise Böttger/SFV

Zum Jubiläum des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) kehrte der deutsche Fußball am 28. Januar 2020 an seine Gründungsstätte in Leipzig zurück. Wo vor 120 Jahren die Fußballpioniere im Restaurant Mariengarten debattierten, entsteht ein Ort der Innovation und des Diskurses. Benannt ist der neue Innovation-Hub nach Udo Steinberg, einem der bedeutendsten Vertreter der Frühzeit des Fußballs und Absolventen der Hochschule Mittweida.

Udo Steinberg emigrierte nach seinem Studium der Elektrotechnik und des Maschinenbaus in Mittweida nach Spanien. Als erster Torschütze des FC Barcelona im El Clasico gegen Real Madrid ging er in die Fußball-Annalen ein. „Dabei ist sein Wirken außerhalb des Platzes noch bedeutender und wirkt bis heute fort“, erklärt Prof. Dr. Ludwig Hilmer, Rektor der Hochschule Mittweida. „Udo Steinberg vermittelte in ganz Europa erfolgreich Fußballspieler an die besten Vereine. Er verschaffte dem jungen Sport als Journalist eine Bühne. Und er legte als erster Trainer des FC Barcelona mit seiner Jugendförderung einen Grundstein des Erfolgs, der den Verein mit seiner Nachwuchsakademie ‚La Masia‘ heute ausmacht.“

Prof. Dr. Ludwig Hilmer diskutierte mit Hermann Winkler, Stephanie Müller Spirra, Fritz Keller und Raiko Richter (v.r.n.l.)Es überrascht kaum, dass Steinberg schon in seiner Studienzeit von zwei Vereinen nach Leipzig gesandt wurde, als die noch junge Fußballgemeinschaft Deutschlands Ende des 19. Jahrhunderts über die Gründung eines eigenen Sportverbands beriet. In Berlin, Chemnitz, Mittweida und später in Barcelona legte Steinberg als Mitgründer mehrerer Vereine immer wieder Fundamente für die noch jungen Sportarten, in Leipzig gründete er den DFB als Protokollführer und Delegierter mit.

Udo-Steinberg-Innovation-Hub für Innovation und Diskurs

Steinbergs Wirken ehren die Hochschule Mittweida und die Volksbank Mittweida eG nun mit dem Udo-Steinberg-Innovation-Hub an der DFB-Gründungsstätte. Aus Anlass des 120. Jahrestags der DFB-Gründung am 28. Januar 2020 öffneten sich erstmals die Türen des Orts, der künftig Raum für Innovation und Diskurs bietet.

Die Hochschule Mittweida in Person von Ludwig Hilmer organisierte mit Sächsischem Fußball-Verband und Volksbank Mittweida eG die Podiumsdiskussion im neuen Udo-Steinberg-Innovation-Hub„In einer Zeit, in der sich vieles ändert, muss man interdisziplinär denken, wie es schon Steinberg tat“, betonte Leonhard Zintl. Der Vorstand der Volksbank Mittweida eG ist mit seiner Genossenschaftsbank für den Erhalt der Immobilie in der Leipziger Büttnerstraße verantwortlich. „Wir hatten die Gelegenheit, diese Gründungsstätte – aus der so viel entstanden ist – zu bewahren. Ihre Historie ist ein hervorragendes Fundament, um aus der Historie heraus disziplinübergreifend Zukunft zu denken.“

Dieses Engagement würdigte DFB-Präsident Fritz Keller. „Ich möchte meine Dankbarkeit denjenigen zum Ausdruck bringen, die es geschafft haben, einen Raum in Erinnerung zu halten, den man in Frankfurt vielleicht schon vergessen hatte“, sagte er bei vom MDR live übertragenen Podiumsdiskussion, an der sich auch SFV-Präsident Herrmann Winkler, MDR-Sportchef Raiko Richter und Prof. Dr. Ludwig Hilmer beteiligten. „Wir sind an einem Ort, der aus der Historie denkt, aber in der Zukunft lebt.“

Dieser Diskurs über die Zukunft stand im Mittelpunkt der Diskussion. „Es gibt keine Zukunft ohne Herkunft“, betonte SFV-Präsident Hermann Winkler dabei. Neben aktuellen Themen des klassischen Fußballs hat er auch Esports im Blick: „Wir wollen etwas tun – von der Gegenwart in die Zukunft.“

Der FDGB-Pokal des DDR-Fußballs ist Teil der Geschichte des deutschen Fußballs.Naturgemäß betrachten DFB und SFV dabei als Fußballverbände vor allem die Simulation ihres Sports im Computerspiel. „E-Football ist wirklich eine hervorragende Sache“, erklärte Keller deshalb. „Ich glaube auch, dass die Vereine damit neue Mitglieder binden können und wir eine Dosierung hinkriegen: ‚Wo spiele ich E-Football und wo bewege ich mich.‘ Ich kann mir gut vorstellen, dass im Vereinsheim zwei Stunden E-Football gespielt wird und das mit der Bewegung verbunden wird.“

Für Hilmer ist Esports dabei auch ein Symbol für den Wandel zur digitalen Informationsgesellschaft. Wissen um die Informationen soll künftig in der Büttnerstraße vermittelt werden: „Der Udo-Steinberg-Innovation-Hub ist wie kein anderer Ort geeignet, die Innovationen aus Sachsen nach außen darzustellen. Wir verbinden sie mit der 120-jährigen Geschichte, die hier ihren Anfang nahm und schaffen ein Schaufenster der digitalen Welt und der Botschaft, die aus dem Freistaat Sachsen und von Mittweida ausgeht.“